NUMARK DMC2 – Test mit CUE LE

NUMARK DMC2Was braucht ein Mobil-DJ zum Glück? Natürlich Equipment im klassischen CD-Player Look und 19“ Rackformat. NUMARK wird dem Wunsch mit dem Controller DMC2 gerecht. Wir testen. 

 

 

Der erste Eindruck des DMC2 ist überraschend solide. 19“ Rackformat, drei Höheneinheiten im robusten Stahlgehäuse. Gummifüße ermöglichen, neben dem Einbau, auch einen Tabeltop-Einsatz. Das Design basiert auf dem des Bedienteils, eines typischen Doppel-CD Players. Umsteiger dürften hier keine Schwierigkeiten erwarten. Auch wer bisher wenig mit solchen Geräten konfrontiert wurde, dürfte, dank der übersichtlichen Anordnung der Zugriffstasten, nach kurzer Einarbeitung gut mit dem DMC2 klar kommen.

Der DMC2 wird plug&play an den Rechner angeschlossen. Er ist mit jeder MIDI-fähigen DJ-Software einsetzbar, in meinem Fall war das die mitgelieferte LE Version von Numarks eigener Software CUE LE (V 5.0 rev5), welche bekanntermaßen auf VIRTUAL DJ fußt.

Da der DMC2 ein USB2.0 Controller ohne integrierte Soundkarte ist, benötigt man noch eine Möglichkeit Audio auszugeben. Im einfachsten Fall ist das die rechnereigene Soundkarte oder z.B. Numarks preiswertes Interface DJ I/O, welches oft zum Bundlepreis angeboten wird. Mein Favorit des letzten Jahres allerdings ist NATIVEs Audio8DJ, die dann auch hier den Vorzug bekommt.

Im Gegensatz zu anderen Geräten wird der DMC2 nicht über USB mit Spannung versorgt. Zu diesem Zweck findet sich ein handliches Netzteil im Lieferumfang. Auch ein USB Kabel liegt bei. Mehr ist auch nicht notwendig, denn damit sind schon alle verfügbaren Anschlüsse abgedeckt und es kann losgehen.

Die Installation der Software und des Controllers benötigt keine zwei Minuten. Danach steht der DMC2 sofort zur Steuerung von CUE bereit. So soll das sein. Vorkonfiguriert ist ein Single Output (also beide Player auf einem Kanal mit Master Signal Out). Ich möchte allerdings einen externen Mixer verwenden, was nach drei Klicks in den Optionen auch entsprechend eingestellt ist.
NUMARK DMC2
Die Bedienelemente des DMC2 sind für den Einsatz mit CUE optimiert, ebenso sind alle Funktionen schon zugeordnet. Jeder Player verfügt über die Buttons: Start, Pause, Cue, dazu zweimal Hot Start (temporäre Cue Punkte), Sync (um das Tempo zu synchronisieren), Loop In, Loop Out und Backbeat (verdoppelt die Beats). Sieben Tasten stehen für vordefinierte Looplängen von 1/8 bis 8 Beats bereit. Ein zusätzlicher Smart-Taster passt, bei Aktivierung, die Loops an die aktuell wiedergegeben Beats an, so dass diese rund laufen. Gut gelöst ist die unterschiedliche Hintergrundbeleuchtung der Buttons. Ein Deck blau, eines rot, spiegelt es das Prinzip wieder wie das auch softwareseitig gelöst wurde.

Das Tempo des Songs im virtuellen Player der Software kann über Pitch-Slider in einem Bereich bis zu +/- 33% angehoben oder abgesenkt werden. Durch eine Pitch Adjust Funktion ist es möglich diesen Bereich, je nach verwendeter Software-Einstellung oder persönlicher Vorliebe (z.B. klassische +/- 8%), zu rekalibrieren. NUMARK DMC2
Auskunft über den laufenden Titel des jeweiligen Decks (Name, Zeit, Wiedergabesatus, BPM, Pitch) oder, wie auf dem Foto zu sehen, zum gewählten Jogwheel Modus, erhält man in einem einfachen Display. Grafische Extras, wie Waveform-Darstellung, gibt es nicht. 

Kommen wir zu den Jogwheels. Diese bieten mehrere Modi, die bei Aktivierung  anstelle der Titelinformationen im Display angezeigt werden. Im Scratch-Modus lässt sich, wie die Bezeichnung schon nahe legt, das Jogwheel ähnlich einer analogen Platte verwenden. Hier sind also Scratches oder Backspinns möglich. Das „Vinylfeeling“ ist unter den gegebenen Umständen (Whell- Durchmesser von ca. 6 cm) gar nicht so schlecht, man sollte aber keine Wunder erwarten, denn der DMC ist sicher nicht als Ersatzgerät für Turntabelisten konzipiert. Damit ist die Arbeitsweise des Wheels aber nicht begrenzt, in den weiteren Modi lassen sich Loops verschieben (Move Loop) bzw. in der Länge anpassen (Shrink Loop), der Pitch ändern (Nudge) oder es lässt sich schnell durch einen geladenen Song scrollen (Search). Auch durch Ordnerstruktur und Playlisten kann man sich ohne Zuhilfenahme von Tastatur oder Mouse bewegen. Für diesen Zweck bringt jedes Deck am DMC-Controller einen Folder / File Auswahlbutton, sowie einen Push / Select Drehregler mit, welcher sowohl ein scrollen ermöglicht, als auch durch drücken den ausgewählten Track ins virtuelle Deck lädt.

Um die Displays der beiden Decks des DMC sind ausserdem noch die Tasten für die Auswahl der Zeitanzeige (bereits gelaufen oder Restzeit), die Keylock-Funktion (Mastertempo), Pitch +/- (zur temporären Änderung des Pitch, enspricht also dem Anschieben oder Abbremsen eines Plattentellers) angeordnet. Dazu kommt noch ein Button für Effekte und Sampler. Der DMC greift hier auf die, in der CUE Software integrierten Möglichkeiten (FX: Backspin, Flanger, Beatgrid, Filter, Brake) zu. Ausgewählt und aktiviert wird der Effekt über den schon beschriebenen Push / Select Regler, eine Einflussnahme auf die Effektparameter ist an der DMC nicht vorgesehen. Hier müsste man auf einen zweiten Controller oder die Mouse zurückgreifen. Der Sampler in CUE bietet 12 frei belegbare Slots, die ebenfalls über die Tasten FX/Sampler und Push/Select angewählt und im jeweilgen Deck abgespielt werden. Eine Wiedergabe über einen Extrakanal ist nicht vorgesehen.

Last but not least lässt sich über die Taste Automix, die automatische Mixfunktion von CUE aktivieren, ein Feature was besonders von Mobil-DJs geschätzt wird, die zur Hintergrundbeschallung gern Playlisten ablaufen lassen. Nicht zu verwechseln mit der ebenfalls vorhandenen Sync-Funktion, welche das Tempo zweier Titel automatisch anpasst und so leichtes mixen ermöglicht. Auch zwei Tasten zur Erzeugung von Titelübergängen mit einem Softwarecrossfader gibt es, etwas gewöhnungsbedürftig und recht rudimentär, da die Faderfunktion hier über zwei Buttons läuft. Übrigens gibt es eine solche Möglichkeit auch für Video, was aber erst mit der Vollversion von CUE interessant wird, welche auch Videoinhalte abspielt.

Bleibt folgendes Fazit festzuhalten: Für unter 400 Euro erhält man eine ordentliche Hardware nebst CUE-LE Software, deren Praxistauglichkeit sich wohl vor allem an den Ansprüchen von Mobil-DJs misst. Die Bedienelemente sind simpel und übersichtlich gehalten, keine verwirrende Mehrfachbelegung oder erschlagende Manigfaltigkeit an Elementen. Lediglich die Pitchfader fallen mir als etwas wacklig auf (was auch an meinem Testgerät liegen kann). Die Buttons für die Loops und den Backbeat würde ich mir persönlich leichtgängiger wünschen. Mal abgesehen von dem kleinen LED Level-Controll Feld, welches ich nur als symbolisch werten würde, erschließt sich der DMC, wie schon gesagt, auf Anhieb. Vorteilhaft, besonders für Einsteiger, denen das Gerät für erste Schritte in die digitale DJ-Welt empfohlen sei. Die CUE LE erfüllt dabei auch ihren Dienst und ersetzt jeden Doppel-CD Player ohne weiteres. Die Beschränkung zur Vollversion ist nicht unerheblich. Keine Videofunktion, kein Automix und keine eigenen Playlisten, dazu lässt sie sich nur mit angeschlossenem Bedienteil starten!!! 
[youtube S5b00J4zS6Y]
Für das volle Glück sind nur noch ein passender Rechner und eine entsprechende Soundkarte notwendig. Hier bietet siche eine Soundkarte mit zwei Stereo Ausgängen und ein externer Mixer oder einer Kombination aus beidem (wie der in obigem Video zu sehende Numark CM200USB Mixer) an, da weder bei der Software, noch bei der Hardware ein unabhängiges Vorhören berücksichtigt wurde. Ein Manko, welches mich sehr wundert, gehört das doch zur, von Mobil-DJs gewünschten Ausstattung. Man müsste also, so wie im Clubbereich üblich, direkt am Mixerkanal vorhören.

Abgesehen davon ist der DMC2 Controller eine runde Sache, welche im Vergleich zu ähnlichen Geräten im Preis punkten kann.

zu Numark Produktseite beim Hersteller
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