mythosmidi

Die größten DJ-Irrtümer der Welt 2

Heute: Mythos MIDI. Der Controller ist ein Mischpult und aus dem MIDI-Keyboard kommt kein Ton raus. Wundersames rund um vier Buchstaben.  

 

“Y.M.C.A.” sangen die Village People . Die Abkürzung stand ursprünglich für “Young Men’s Christian Association”, den “Christlichen Verein junger Männer”. Heute dürfen auch Ladies mitmachen, christliche junge Menschen also. Den Village People dürfte das so egal sein, wie manchem DJ das Zauberwort MIDI. Das steht für “Musical Instrument Digital Interface” und ist, grob gesagt, ein mittlerweile schon fast überholter Standard der Kommunikation zwischen elektronischen Musikinstrumenten und / oder Softwareprogrammen. MIDI Signale sind Steuerdaten, eine MIDI Note ist kein Ton. Was aber der verbreitete Irrtum ist.

Da kauft sich der aufstrebende Bedroomproducer ein arschteures MPK-Mini für 89 Euro und dann kommt kein Ton raus. Das blöde Ding hat nicht mal einen Audio Ausgang. Nur USB. Wieso das denn? Auch der aufstrebende DJ, der zum fünfzehnten Geburtstag von Schandalle aus der 9b Musik machen soll, hat ein Problem. Eine Bewegung der Fader am heißen Total Control Mixer, der in Wahrheit ein Controller ist, hat keine Auswirkung auf das geleechte VDJ. Nicht mal mit dem offiziellen Traktor LE geht da was. Und nur noch zwei Tage bis zur Party. Dabei muss er noch Tracks saugen und Posing üben.

Okay okay okay … überzeichnet :), aber bringt ganz gut rüber wo der rabbit inside the pepper liegt. Ihr glaubt gar nicht wie oft uns Anrufe erreichen, die solche Situationen schildern. Vorgetragen mit erbostem Unterton, natürlich ist das Gerät defekt und man selbst hat zum Unglück nichts beigetragen. Bei genauer Betrachtung ist das sogar der Fall, den genau diese eigene Initiative wäre gefragt gewesen. Was hat das nun mit MIDI zu tun?

Ich will gar nicht ins Detail (Anschlüsse, Befehle, Kanäle, Partituren …)  gehen, die meisten wissen um das Geheimnis. Die, die es nicht wissen und die diese Zeilen zufällig lesen, wollen nicht tröge zutheoretisiert werden. Also ganz kurz. MIDI ist, in den beiden obigen Fällen, der Weg auf dem sich Software und Hardware verstehen. Dem Producer mit dem MPK-Mini nutzt dieses nur etwas, wenn er einen Klangerzeuger anschließt. In den meisten Fällen wird eine Software bzw. ein Plugin in einer Software dazu dienen. Das kann eine kleine Freeware sein, die ein Klavier darstellt, ein umfangreicher Softwaresynthesizer, ein Drumprogramm oder gleich ein virtuelles Studio wie Fruity Loops oder Ableton. Angeschlossen wird das MPK-Mini über USB an den Computer auf dem die Software läuft. Dem Programm muss man mitunter noch verklickern, was beim draufhauen auf ein Pad, beim drehen eines Reglers oder beim spielen einer Taste passieren soll. Dafür gibt es meist eine sogenannte MIDI-Learn Funktion.

Da das MPK, wie festgestellt, keinen Audioausgang hat, muss der Sound irgendwo anders rauskommen. Im Normalfall aus der Soundkarte. Entweder der rechnereigenen oder einer externen, mit mehreren Kanälen und pipapo. Das mit den Kanälen wird auch der DJ mit der Total Control merken. Die im Rechner verbaute Soundkarte liefert schlechten Sound sowie Verzögerungen, aber keine zwei unabhängigen Stereo-Kanäle. Diese bräuchte man aber, um nicht nur die Partycrowd zu beschallen, sondern auch vorhören zu können. Hier gilt übrigens Flohs Merksatz: “Das Kinderzimmer ist kein Club und die Mutti keine Crowd!”   Es gilt auch ein weiterer, dreiteiliger Merksatz, nämlich: “Das Preset ist der Freund des Faulen. Googel sei gepriesen. Und Native sowieso, wegen des Setupwizzards“. Wenn man nämlich den Zusammenhang erkannt hat, ist es ganz einfach sich alle Funktionen in der Software über die Hardware fernverfügbar zu machen. Wer nicht die durchaus nützlichen Manuals lesen mag, kann sich Tutorialvideos anschauen, seinen Kumpel oder sogar uns um Rat fragen. Aber wichtig wäre zu begreifen wie da eins ins andere greift, dass spart im Ernstfall den Komplettausfall. Und es spart die Enttäuschung nach einem Fehlkauf, den man sich wiederum gespart hätte, wenn man die Beschreibung mal durch die grauen Zellen geleitet hätte.

Hätte, hätte, hätte … das war alles gestern. Nach diesem aufpeitschenden Text kann es nur nach vorn gehen und wer das nicht verinnerlicht, das die Beschäftigung mit einer Sache essentiell ist, der muss zurück in den Modelbahnverein,  zur Kaninchenzucht oder weiter Pokemons sammeln! Wobei auch da nicht alles von selbst geht. In diesem Sinne … mitdenken!

Demnächst in dieser Reihe, mit Grüßen an meinen Vater, “Traktor hat meine MP3s gefressen!”.

 

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