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ALPHA LABS – Masterkey v2.0

MasterkeyAltes Problem:  zwei DJs mit digitalem Vinyl und nur ein Setup. Lösungsansätze gibt es einige, unter anderem ALPHA LABS Masterkey.

 

Tauchen wir zunächst mal ab in die Sphären der Vergangenheit. Wär DJing ein Meer, läge unser Thema, küstennah, auf 40 Metern Tiefe.  Oder anderes gesagt: vor zehn Jahren war ein DJ mit Laptop so selten wie gute Musik im Musikantenstadl. Noch rarer war einer mit einem digitalenVinylsystem. Ja, ja – die (manchmal nicht so) guten, alten Final Scratch Zeiten. Mit der Verbreitung von Serato Scratch Live und Traktor Scratch, sowie der von Mixvibes, Spin, Digiscratch, Torq, Virtual DJ und wie sie alle heißen bzw. hießen, nahm die Zahl der DVS-DJs rasant zu. Und damit die der Rechner auf der DJ-Kanzel. Die Folge: Stress, weil man sich, kabelumsteckend, prima ins Set und ins Setup fuschen konnte.  Lösungsansätze gab es einige: Kabel splitten, Multicore oder DVSs in Reihe schalten.

Gut war die Idee von DJ Skully, welche als  MAGMA Switchbox bekannt wurde. Zwei DJs teilen sich ein DJ Setup, Schaltzentrale ist eine kleine Box. Eigentlich wäre es Aufgabe der Clubs gewesen hier zu investieren, aber nicht viele taten dies. 2011 wurde die MAGMA Switchbox eingestellt, die Problematik besteht weiterhin. Aber es gibt mittlerweile auch einige Alternativen zum Klassiker, der  bis zu seinem Ende noch ordentliches Reifepotential hatte. Machen es die anderen besser? Wir schauen uns das mal am Beispiel von MASTERKEY an.

ALPHA LABS kommt aus Dresden und bietet schon seit zirka drei Jahren MASTERKEY an. Aktuell zu haben ist Verion 2.0, welche (optisch) baugleich mit der  RODEC PATCH LIVE zu sein scheint. Das Prinzip ist etwas anderes als bei der SWITCHBOX, die Dresdner greifen eher das, in Tonstudios seit Jahrzehnten etablierte, Prinzip einer  Patchbay auf. Dabei spart man sich umständliches Verkabeln mit Hilfe eines Steckfeldes und kurzen Verbindungskabeln.  Noch früher machten so etwas wohl Telefongesellschaften … zu sehen in alten Filmen, wenn das Fräulein vom Amt “ich verbinde” sagt und dabei Kabel umsteckt.

MASTERKEY kommt auch nicht als handliche Box, sondern mit voller Breitseite, von etwa 30 Zentimetern. Farblich setzt man auf weiß, was die Erkennbarkeit der Anschlüsse, in dunkler Umgebung, fördern soll. Mitgelieferte Rackwinkel erlauben den Einbau auf 19″ oder auf 12,6″, also der typischen 4-Kanal Mixer Dimension. Alternativ kann man die Rackwinkel auch als Stellfüße anbringen. Zudem gibt es noch fünf Cinchkabel dazu.
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Rückseitig wird alles angeschlossen, was dauerhaft verbunden bleiben soll.  Zum Beispiel ein Plattenspieler. Das Signal von diesem liegt somit an den frontseitigen Buchsen des MASTERKEY an, wird aber über einen rückseitigen Phono-Out direkt an den Phono-In des Mixers weitergegeben. Dazu gesellt sich noch  Line-Out, über welchen später das Signal vom Rechner (via Soundkarte) an den Line-In des Mixers geht. So läßt sich der Plattenspieler wie gewohnt nutzen und ein DVS ist schnell einsatzfähig. Die Phono-Bezeichnung ist, meiner Meinung nach, nicht ganz glücklich gewählt, da man hier auch einen CD-Player anschließen könnte. Genauer zwei, oder eben zwei Plattenspieler oder einen Plattenspieler und einen CD Player. Insgesamt lassen sich also, anders als bei der MAGMA Switchbox (die Anschlüsse für vier Quellen hatte),  “nur” zwei Signalquellen für DVS nutzen. Dafür hat MASTERKEY noch einen AUX-Line, um z.B. das Master von einem zweiten Mixer, einem MP3 Player oder von der Soundkarte eines Liveacts bzw. ControllerDJs, an den Mixer zu leiten. Die Rückseite ist verblendet und, einmal eingebaut, vor ungewolltem Kontakt geschützt.

An der Vorderseite verkabeln nun DJs ihre Vinylsysteme, wie gewohnt. Vom Prinzip her zumindest, denn anstelle den Plattenspieler oder CD-Player direkt an die SL-Box oder die Audio8 (bzw. sonstiges Audio-Interfaces) anzuschließen, nutzt man ein Cinchkabel vom frontseitigen Out des MASTERKEY, an die Inputs seines Interfaces. Die Outputs von diesem gehen folglich auch nicht direkt an den Mixer, sondern an die frontseitigen Inputs des MASTERKEY. Klingt umständlich, ist einfach. Halt! Stop! Es ist zweifach, weil man zwei DVS auf diese Weise nutzen kann, plus schon erwähnten AUX-Line, der ebenfalls an der Vorderseite seinen Input hat.


In der Praxis haben sich also zwei DJs verkabelt und DJ 1 nutzt beide Player um sein DVS zu steuern. DJ 2 übernimmt nun mit dem einen Player. Das Signal von diesem – liegt via MASTERKEY geteilt – an den Interfaces beider DJs an. Was generell gut ist, aber den Nachteil hat, dass B nun nicht nur seinen, sondern auch den Track von A steuern kann. Sofern dieser nicht, schlauerweise auf dem betreffenden Deck, in den internen Modus gewechselt ist. Eine 1A Stolperfalle. Bei der SWITCHBOX war das “ä weng” (wie Floh sagen tät) cleverer gelöst, da konnte man die Eingangsquelle wählen. Das Ausgangssignal hingegen, also dass, was von der Software kommt, kann am MASTERKEY stumm geschalten werden. Dazu verfügt jeder der vier Outputs über einen kleinen “Mute-Schalter”.

Eine Umschaltbox macht, nach meiner Erfahrung, am meisten Sinn, wenn man back to back auflegt. Das sogenannte Ping-Pong, bei dem sich zwei DJs öfter abwechseln. Dafür, dass zweimal am Abend zwischen zwei DJs geswitcht wird, reicht eigentlich eine simple Lösung, wie zum Beispiel das NI-Multicore. Ein geteiltes Kabel, die eine Hälfte hängt fest am Mixer, die andere Hälfte gibt es doppelt, jeder DJ hat ein Gegenstück und klinkt sich zum Zeitpunk X ein. Natürlich kann man auch die Kabel direkt am Interface wechseln oder durchschleifen. Nur nicht vorher zutief ins Glas schauen. 🙂 Mein ewig gleicher, alter Appell gilt auch in diesem Fall: es ist an den Clubs in Patchbays, Masterkeys und Switchboxen zu investieren. Die paar Euro amortisieren sich nicht nur in weniger Stress, sondern auch in weniger Gefummel am teuren Clubequipment. Sieht auch um einiges professioneller aus. Hinter der Bar steht ja auch ein stylischer Kühlschrank, und nix vom Wertstoffhof. Gut, der Kühlschrank ist meist von der Brauerei gesponsort und nicht alles was hinkt ist ein Vergleich, die Richtung meiner Aussage sollte aber klar sein.

Kurz & knapp:
ALPHA LABS Masterkey v2.0
Steckfeld für Digital DJs
Anschluß für zwei DVS
Zusätzlich einmal AUX
Lieferumfang: Rackohren für 12,6″ und 19″
sowie fünf Cinchkabel
Streetpreis: 149 Euro

Alternativen:
MAGMA SWITCHBOX (eingestellt) 129 Euro
LUKE LDP1  (Input nur On/Off!) 179 Euro
RODEC PATCH LIVE  ca. 250 Euro
Allen & Heath Xone PB 239 Euro

Alternative zu den Alternativen:
NI Multicore Kabel 29 Euro / Stück

 

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