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How-To: Rotary-Mixer selber “bauen”

Die Fangemeinde für Dreh- statt Schiebereglern an Mischpulten ist zwar klein, aber stetig vorhanden. Hier gibt es Tipps, wie Ihr es selbst antesten könnt.Sogenannte Rotaries, also Drehregler, tun im Prinzip genau das Gleiche wie ihre Kollegen zum Schieben, nämlich im konkreten Fall die Lautstärke des Mixer-Kanals festlegen. Allerdings wird den Drehknöpfen dabei wesentlich präzisere Regelung nachgesagt, aufgrund der längeren Regelstrecke, da diese ja über den Umfang der Potikappe bestimmt wird. Und die Kappen an echten Rotary-Mixern sind mitunter ziemlich fette Dinger, um eben genau das zu ermöglichen. Berühmte Beispiele an solchen Mixern sind:  UREI 1620 LE,  A&H Xone:V6 oder viele  BOZAK Modelle. Daneben gibt es auch noch zu Rotaries gemachte Standard-Mixer, wie etwa den  Rane Empath Rotary oder auch der  Xone:92R von A&H, oder aber Umbau-Kits z.B. von Pioneer oder Vestax.
Für generelle Infos zur Rotary-Philosophie werdet Ihr im Netz mehr als ausreichend fündig, daher möchten wir hier nicht näher auf Gain-Regler-Verpöhnung, Master-Isolator anstelle Channel-EQ oder andere Gewohnheiten in dieser Liga eingehen. Nur so viel sei gesagt: es macht wirklich Spass und ist eine gute Erfahrung, mal ausschließlich mit dem Essentiellsten zu arbeiten.

Wir möchten Euch heute zwei Möglichkeiten aufzeigen, wie Ihr auch mal in das Thema reinschnuppern könnt, ohne gleich einen kompletten Mixer-Neukauf anstellen zu müssen. Die erste Variante ist für alle ECLER NUO Besitzer interessant, denn aus einem Nuo 2.0/3.0/4.0 oder einem der Vorgänger Nuo 2/3/4 (beim 5er funktioniert’s leider nicht) lässt sich schnell und einfach ein Rotary machen. Man braucht dazu lediglich ein Cinchkabel, mit dem man FX Send und FX Return überbrückt. Anschließend kann man die Kanäle im Drehregler-Style über die FX Send Potis an jedem Kanal regeln, man muss vorher nur die beiden Regler für FX Send (nur beim Nuo4.0 vorhanden) und FX Return (nicht beim Nuo2.0/Nuo2 oder Nuo4 vorhanden) in der Mastersektion auf Maximum drehen und darauf achten, dass die Wahlschalter auf “Pre-Fader” stehen und die Linefader unten sind, sonst doppelt sich das Signal. Also, nochmal in Kurzform:

(1) mit Cinchkabel FX Send & Return überbrücken
(2) Wahlschalter der Kanäle auf Pre-Fader stellen
(3) Regler FX Send & FX Return auf Maximum stellen
(4) ab sofort die FX Send Regler anstelle der Linefader verwenden

 

Die zweite Möglichkeit, sich einen Rotary selbst zu “bauen” besteht darin, den Software-Mixer von Traktor (oder VDJ bzw. Mixvibes) zu nutzen und sich ein Mapping für einen Controller erstellen, auf dem es wenigstens zwei Drehregler gibt, die sich dann als Rotary-Knobs verwenden lassen. Als Controller dient dabei quasi jedes beliebige und vorhandene MIDI-Steuergerät. Einzige Voraussetzung dabei ist das Vorhandensein einen solchen Controllers und einer DJ-Software, die eine integrierte Mixerfunktion besitzt. Diese könnte man dann sogar mit externen Zuspielern nutzen, indem man die Decks auf Live-Input stellt.
Da diese Methode sehr flexibel und vielfältig zu realisieren ist, sparen wir uns ein Beispiel-Setup. Es ist aber wirklich sehr einfach zu realisieren, sobald ihr euch mit den Grundfunktionen der Software vertraut gemacht habt.

 

Falls jemand noch weitere Tipps, Ideen oder Vorschläge hat, wie man schnell und einfach an einen Rotary-Mixer kommt, so kann er/sie gerne einen Kommentar hinterlassen. Ansonsten bleibt uns erst mal nur fröhliches (durch)Drehen zu wünschen.

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