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Test: Traktor DJ App iPhone

Es war eine spannende Frage, wer von den beiden DJ-Software-Platzhirschen in der Branche,  Serato oder Native Instruments, als Erster den Sprung in die Tablet/Smartphone-Welt schafft. Es scheint so als habe Native Instruments nun etwas die Nase vorn. Zumindest überraschte der Hersteller Anfang März dieses Jahres den Markt mit der Traktor DJ App für’s iPad. Logischerweise war es dann nur noch eine Frage der Zeit bis der Hersteller auch eine App für’s iPhone nachlegen würde. Nun gerade mal zwei Monaten danach , erschien letzte Woche die Traktor DJ App auch für das iPhone. Zugegebermaßen war ich am Anfang sehr skeptisch im Bezug auf die Bedienung, da grundsätzlich das Handling von DJ Apps auf Devices mit reiner Touch-Bedienung ungewohnt bis unbrauchbar sind. Besonders wenn man die Bedienung von analogem Equipment gewöhnt ist. Dennoch muss ich sagen, dass Native es geschafft hat das ganze Konzept sehr präzise und Sexy umzusetzen. Zu Deutsch: Es macht richtig Spaß damit rumzudaddeln und ist doch mehr als eine App die “nur” zum Vorbereiten von Tracks dient oder mit der man mal zwischen durch zum Zeitvertreib einen Mix macht. Ich denke zwar nicht, dass sich aktuell ein Profi nur mit einem iPad oder einem iPhone auf die Bühne stellen wird, weil einfach auch der Showeffekt fehlt, aber rein technisch gesehen wäre das mit dieser App (zumindest für reines Mixen) absolut möglich. Sicherlich sind damit keine schnellen Cuts und Scratches möglich, aber ein Mixen von Techno/House etc. ist damit absolut kein Problem.

Meiner Meinung nach liegt nun der nächste Schritt auf der Hand:

Ein vernünftiger, passender Hardware-Controller samt Interface muss her!

Ich  könnte mir vorstellen, dass einige DJs darauf umzusteigen und damit arbeiten würden. Kein lästiger, voluminöser Rechner im Gepäck, kein Booten, keine Festplatte die abrauchen kann…

Zu der App:

Die App bietet grundsätzlich die gleichen Funktionen wie die auf dem iPad. Diese werden nur, aufgrund der zur Verfügung stehenden, kleineren Fläche logischerweise etwas anders dargestellt.

Das Prinzip ist wie beim großen Software Bruder Traktor das Gleiche:  Die Wellenformen von (leider nur) zwei Tracks werden dargestellt und man kann zwischen den Decks hin und her mixen und dabei Effekte, die Lautstärke  und den EQ bedienen. Auch ein Mitschnitt im WAV Format ist möglich. Die Traktor DJ App wird per  iTunes-Bibliothek mit Tracks gefüttert. Ähnlich wie bei Mixed in Key schlägt die Traktor DJ App Tracks vor die harmonsich zusammen passen sollen. Dies wird anhand einer Herz-Symbolik angezeigt, die sich mir aber nicht richtig erschließt.

Was mir persönlich ganz gut gefällt ist, dass man die Wellenformen im Hauptfenster ganz intuitiv, wie man es von der Bedienung von Smartphones her gewohnt ein- und auszoomen und auch direkt, anfassen kann. Die App reagiert sehr präzise und man kann somit sehr genau cuen und sogar Rewinds sind möglich. Pitch-Fader gibt es keine, da die Synchronisation automatisch erfolgt. Die Beaterkennung und das Bestimmen der Geschwindigkeit funktioniert sehr gut und arbeitet wie in der normalen Traktor DJ Software mit einem Grid. Dies kann auch per Hand, wenn nötig korrigiert werden. Auch dieser Vorgang funktioniert überraschend intutitiv und ich kann mir vorstellen zukünftig mit dem iPhone meine Tracks vorzubereiten, da man via iTunes oder Dropbox die Metadaten, wie Beat Grids und Cue-Punkte  auch mit dem Rechner synchronisieren kann. (Habe ich allerdings noch nicht getestet)

 

Als EQ steht ein Dreiband-EQ zur Verfügung, den man bei Bedarf auch durch Doppel-Touch komplett heraus oder hereindrehen kann.

Filter und Effekte lassen sich, wie bei einem Korg Kaoss Pad, bequem über ein X/Y-Pad bedienen. Als Effekte stehen zur Auswahl: Delay, Reverb, Gater, Flanger, Beatmasher, Digital LoFi, LP Filter und HP Filter. Die Effekte kennt man schon von der Traktor Pro DJ Software und sie klingen entsprechend gut.

Super gelöst finde ich auch die Loopfunktion: Loops kann man einfach mit zwei Finger setzen und durch spreizen entweder vergrößern oder verkleinern. Auch der Freeze-Mode macht Spaß, wenn man die einzelnen Slices mit den Fingern antriggern kann und aufgrund der Sync-Funktion alles immer im Takt läuft.

Zum Vorhören kann man entweder ein Splitter-Kabel nehmen, oder eine Core Audio-kompatibles Audio Interfaces über ein Camera Connection Kit und USB  anschließen.

Spannend finde ich auch in dem Zusammenhang wann und ob es irgendwann mal möglich ist die App im externen Modus zu fahren und die Decks dann separat auszugeben.

Oder ob sich die App  sogarzukünftig Midi-mäßig mappen lässt?

Oder wann es eine Version gibt die auf Android basierenden Betriebssystemen läuft…?

Ich bin mal sehr gespannt wie es nun weiter geht. Ich bin fest davon überzeugt, dass NI sehr bald mit einem Hardware-Controller um die Ecke kommt mit dem sich die App steuern lässt.

Wie ist Eure Meinung dazu?

Hier mein Video:

Die App läuft auf dem iPhone 5 und 4 oder dem iPod Touch der vierten Generation und kostet für das iPhone 4,49 Euro und iPad 16,99 und findet man hier im App Store.

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