Anfänger Beratung für DJs

FAQ – Wie als DJ-Einsteiger beginnen? (Teil 2)

Im zweiten Teil unserer Lebenshilfe für DJ-Newbies geht es um ein Setup mit CD-Playern. Und um die Geschichte dieser Geräte.

 

Das magische Kürzel DJ steht für “Disc Jockey”. Es stammt aus frühen Radiotagen. Der Urvater des DJs sendete in den 1930er Jahren aus in einem amerikanischen Radiostudio. “Diskotheken” genannte Tanzbetriebe wurden erst später eröffnet, in Deutschland gegen Ende der fünfziger Jahre. Von nun an wurde Musik von Schallplatten gespielt, was die bis dahin dafür zuständigen Kapellen nicht mit Beifall honorierten. Deren klagendes “Der DJ kann keine Noten lesen” darf als Analogon einer Sync-Button Diskussion gesehen werden. Und selbst damals war diese Debatte nicht  neu, Jahrzehnte zuvor protestierten Berufsmusiker gegen Tonfilm, Rundfunk und Grammofon. Aufhalten konnten sie allerdings nichts davon. Den pägendsten Einfluss auf das Bild des DJs hatte die goldene Zeit der DISCO. Studio 54, Bianca Jagger hoch zu Pferd, Exzesse aller Art und im Zentrum eine Kanzel mit Plattenspielern und Mixer. Die Kirche des Hedonismus. Es folgten Hip Hop und Techno, beides undenkbar ohne die Dreifaltigkeit aus Turntable und Mixer. Es folgte aber auch der Siegeszug der Compact Disc. Temporär – wie man heute weiß. Während die CD-Regale bei den großen Elektronik-Ketten ausgedünnt werden, erfreut sich dieses Medium bei DJs ungebrochener Beliebtheit. Warum aber, wenn es kaum noch CDs gibt?

Von Mitte der 1980er bis nach der Jahrtausendwende hatte die Musikindustrie eine fette Zeit. Konnte sie doch den Backkatalog an Musik zum zweiten Mal verkaufen. In den Haushalten wurde der gute alte Plattenspieler durch CD-Player ersetzt. “Besserer Klang” allerorten. Auch DJs sahen Vorteile, besonders die mobile Fraktion. Und da sich herkömmliche Player nur bedingt eigneten, befriedigten Hersteller mit speziellen CD-Player für DJs die Nachfrage. Maßgeschneidert für ein 19″ Rack, platzsparend mit zwei Laufwerken und separates Bedienteil auf wenigen Höheneinheiten.Dieses Segment ist noch immer präsent, entweder als 19″ Singleplayer oder als Doppeldeck. Während die Single-Version bei Festinstalationen  oder im Siderack eines Tontechnikers überlebt, setzen viele Mobil-DJs weiterhin auf die doppelte Ausführung. Der Grund wurde schon genannt: leicht sowie sicher zu transportieren und nahezu frei von Platzanspruch. Natürlich sind die Möglichkeiten moderner Geräte heutigen Ansprüchen angepasst. Es können MP3s abgespielt werden, häufig auch von einer USB- oder Kartenquelle. Antischockspeicher ist ebenso selbstverständlich wie eine Faderstart-Option. Grundlegend unterscheiden sich 19″ Doppelplayer wenig.

Standardform ist eine Aufteilung in Laufwerk- und Bedieneinheit. Die CD wird entweder per Schublade, wie beim Computer, eingelegt oder per Slot eingezogen. Die Verbindung zwischen den Einheiten wird per Kabel hergestellt, Laufwerk und Bedienteil können also an unterschiedlichen Stellen positioniert werden. Vom Laufwerk wird das Signal, besser gesagt die zwei Signale, an den Mixer geführt und dort gemischt. Je nach Preis und Ausstattung zwischen 200 Euro und 500 Euro teuer, bieten diese CD-Player Features wie einen Pitch, detailierte Informationen auf den Displays am Bedienteil, Mastertempo, Cue-Punkte, Loops oder auch bordeigne Effekte. Was sie, aufgrund ihrer kompakten Dimmensionen, nicht bieten, sind ernstzunehmnde Jogwheels. Aber dafür wurde der “Tabletop-Player” kreiert.

Im Segment der 19″ CD-Player trifft man viele Marken an: RELOOP, NUMARK, GEMINI, OMNITRONIC, AMERICAN AUDIO, den besten Ruf genießen aber Player von DENON. Und ein Name fehlt: PIONEER. Dieser Hersteller ist dafür bei den Tabletops spielbestimmend.

Laut einer aktuellen Umfrage des Disco-Magazins (9-10/14) entfallen 101,8% Marktanteil “im CD-Player Profieinsatz” auf PIONEER-Player. Nun ist das mit Statistiken so eine Sache, speziell wenn die Addition über 100 Prozent summiert.  Zweifelsfrei hat PIONEER aber das Geschäft mit den Tabletops in der Hand. Und alles begann mit dem CDJ-500.

 

Vor zwanzig Jahren erschien mit dem CDJ-500 das erste DJ-Produkt des japanischen Elektronik-Konzerns. Mit einem auf dem Gerät angebrachten Jogwheel schuf PIONEER einen Industriestandard. Inspiriert war dieses Steuerelement vom Plattenspieler, ebenso wie der Pitchfader – auch dieses hatte der CDJ-500. Mastertempo und eine Loopfunktionen, die der CD-Player bereits mitbrachte, waren hingegen mit Turntables unmöglich. Mit dem preiswerten Nachfolger CDJ-100S zog PIONEER auf breitem Feld in Clubs und Diskotheken ein. Entscheidender war wiederum die nachfolgende Version: der CDJ-200, dessen MP3-Fähigkeit mit dem Peak der Filesharingkultur zusammentraf. Wir befinden uns mittlerweile im neuen Jahrtausend, der endgültige Siegeszug von PIONEER stand noch aus. Der CDJ-1000 wurde (besonders als MK3) mit seinem großen touchsensitivem Jogwheel und eine Waveformdisplay der häufigste CD-Player in den Clubs. Mehr noch, er verdrängte das Vorbild, welches ner nachbilden sollte .. den Plattenspieler.

Die aktuellen Player der Serie nennen sich CDJ-2000 Nexus oder – als kleinere Version – CDJ-900 Nexus und beide sind omnipräsent. Auch in den Technikanforderungen vieler namhafter DJs, was nicht verwundert. Genügt doch anno 2014 ein USB-Stick mit Tracks und selbst diese können über die Software REKORDBOX bequem am heimischen Rechner vorbereitet werden. Auch eigene Settings sind speicherbar. Anstecken und überall wie gewohnt loslegen – ausführliche Infos liefert das 6,1″ Farbdisplay. Bis zu vier CDJ-2000 Nexus sind synchronsierbar. Die Haptik ist wie bei einem Plattenspieler, mal abgesehen davon, dass sich nichts dreht. Der CD-Player läßt sich aber auch als Steuergerät für eine Software, wie SERATO DJ, einsetzen. Kurz: Für viele DJs das perfekte Tool, was mit knapp 1900 Euro allerdings nicht billig ist.

Wer soll nun mit was einsteigen? Nach Klärung der Grundlagen (19″ oder Tabletop?, Welche Medien, welche Funktionen?, Mobil- oder Booking DJ?) sollte ein Blick ins Portemonnaie folgen. Das große Besteck aus zwei CDJ2000 Nexus und einem adäquaten Mixer, schlägt mit 5000 Euro ins Budget. Zielgruppe dafür sind Profis und die sind selten Einsteiger. Preiswerter wären gebrauchte CDJ1000MK3 und ein passender Mixer. Hier ist man etwa mit einem Drittel der Summe dabei. Gefahrenquelle: Der Zustand des Gebrauchtgerätes. In einem ähnlichen Preisbereich bekommt man ein Paar CDJ-350 plus Mixer, als Neugerät. Weiterhin bieten unterhalb dieser Liga RELOOP (RMP2.5) oder NUMARK (NDX500) Geräte gleicher Bauart an.

Ein gute Alternative zu den CDJ kommt von DENON. Beim SC-3900 handelt sich es um einen Tabletopplayer, dessen Jogwheel als 9″ Vinyl daherkommt. Drehend!  Aktuell etwa 750 Euro teuer, eine echte Empfehlung. Auch bei Mobil-DJs spricht die Erfahrung für 19″ Geräte dieser Marke. Wissenswert ist, dass DENON und NUMARK seit Kurzem aus dem selben Haus kommen. Es bleibt also abzuwarten, wie sich der Einfluss des neuen Eigentümers auswirkt.

Abschließend eine Anregung bei kleinem Budget. DJ-Controller bilden ein Setup aus zwei CD-Playern und einem Mixer nach. Wenn der Rechner für die Software oder ein iPad vorhanden ist, kann man sich mit Hardware für wenige hundert Euro in die Abläufe einarbeiten. Spart Geld, spart Platz, bietet viele Möglichkeiten und ist neben Vinyl und CD das häufigste Setup, gerade im nichtprofessionellen Bereich. Mehr dazu im nächsten Teil dieser Serie.


Bisher wurde das klassische Vinylsetup aus Plattenspieler und Mixer vorgestellt. Weitere Setup-Möglichkeiten, wie Digitale Vinylsysteme, DJ- und Liveremix-Controller sowie notwendige Preripherie für Zuhause behandeln die nächsten Folgen dieser Serie.

Stay tuned .. und fragt, wenn es Fragen gibt.

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