DAP AUDIO Core Mix-4 USB

Review – DAP AUDIO Core Mix 4 USB

DAP AUDIO? Die bauen DJ-Mixer?  Ein preiswerter 4-Kanäler mit diversen Zusatzfunktionen? Kann der was? Fragen, auf die es im Folgenden Antworten gibt.

DAP AUDIO ist eine Eigenmarke aus dem Hause HIGHLITE. Niederländer, die unter dem bekannteren Namen SHOWTEC vorrangig Nebelmaschinen, Lichttechnik oder Konfettikanonen anbieten. Nun landet also der CORE MIX-4 USB auf meinem Tisch und ich erlaube mir diesen ganz unvoreingenommen unter die Lupe zu nehmen.

Core Mix-4 USB

Überblick -> Der erste Blick offenbart einen typischen Aufbau: vier Kanäle, 3-Band EQ, Crossfader. Dazu kommen zwei vollwertige Mikrofonkanäle, ebenfalls mit 3-Band EQ und Talkover Funktion sowie ein eingebauter MP3-Player / Recorder. Ungewöhnlich für einen DJ-Mixer dieser Preisklasse ist ein Effektweg mit Sendregler pro Kanal (auch bei den Mikros) und einem Fader für das Returnsignal. Last but not least, darauf weißt die Bezeichnung hin, verfügt der Mixer über zwei(!) unabhängige USB-Audio Interfaces.

Core Mix-4 Rückansicht

Anschlüsse -> Alle vier Kanäle sind mehrfach nutzbar. Die rückseitigen Cinchanschlüsse stellen Verbindungen zu CD-Playern (4x), Linegeräten (4x) und zu Plattenspielern (2x) her. Die Buchsen für die Mikrofon befinden sich auf der Oberfläche des Gerätes, ausgelegt als XLR / Klinke Kombi. In Summe verfügt der CORE über 12 analoge Zuspielmöglichkeiten. Ausgangsseitig stehen Master, Booth und Record, jeweils als Cinch, zur Verfügung. Das Mastersignal wird zudem symmetrisch auf XLR ausgegeben. Eine Besonderheit ist die Möglichkeit den Output zwischen Mono oder Stereo umzuschalten und um 10dB anzuheben oder abzusenken. Die bereits erwähnte Effektschleife schlägt sich in zweimal Stereocinch für Send und Return nieder. Insgesamt gibt es drei USB-Anschlüsse. Zwei davon, für die auch Kabel mitgeliefert werden, an der Rückseite. Ein weiterer – für einen USB-Stick – beim internen MP3-Modul. Natürlich wurde ein Ausgang für den Kopfhörer nicht vergessen. Der verfügt neben Cue-Level und -Mix zusätzlich über “Cue Low”, eine Möglichkeit der Klangreglung.

Fader

Qualität -> Gehäuse und Deckplatte aus Metal, letztere etwas scharfkantig und für Fingerabdrücke anfällig, dass die Polizei keinen Toner zur Abnahme eine Abdrucks bräuchte.  An den Längsseiten ist der Mixer, mit je vier Gewindebohrungen zur Anbringung von Rackwinkeln, für einen Caseeinbau vorbereitet. Die Reglerkappen sind dezent gummiert und leicht versenkt eingebaut. Ich hab es da gern etwas griffiger. Die Buttons für die Anwahl des Vorhörkanals und die Buttons am MP3-Player hauen mich haptisch ebensowenig um, wie die recht leichtgängigen 60mm Kanalfader. Mit Blick auf den Preis verbietet es sich jedoch von einem wirklichen Mangel zu sprechen. Zumal die Channel- und der (austauschbare) Crossfader jeweils in drei Kurven umschaltbar sind.

Layout -> Absolut klar und klassisch, keine Einwände. Daher findet man sich schnell zurecht. Neben dem großzügigen Masterlevel LED-Meter verfügt jeder Kanal über eine eigene Anzeige zur Kontrolle des Gains und das MP3-Modul besitzt, neben dem USB-Port, noch einen Slot für SD-Karten.

Core Mix-4 MP3 Modul

MP3-Modul -> Mit dem kleinen Modul lassen sich sowohl Files wiedergeben, als auch das Mastersignal des Mixers aufnehmen. Das Datenformat ist auf MP3 beschränkt. Eine Ordnerstruktur auf dem Datenträger wird ignoriert, WAV-Files ebenso. Die Ausspielung erfolgt über Kanal 4, wo sich, neben CD-Player und Line, der MP3-Player einen Auswahlschalter mit Phono teilt. Plattenspieler und MP3-Wiedergabe könnten folglich gleichzeitig, auf einem Kanal, laufen.

Eine zweizeiliges Display informiert über die verstrichene Spielzeit des Tracks und den Titel, wobei die Anzeige scheinbar aus dem Dateinamen generiert wird. Wie schon festgestellt, läßt sich ein Mix direkt auf einen Stick oder eine SD-Karte aufnehmen. Ein rückseitiger Trimregler beeinflusst das Level der Aufnahme, die selbst als 128bit MP3 in einem eigenen “Record Ordner” auf dem Stick abgelegt wird.

USB-Interface -> Zwei unabhängige Soundkarten – wow. In der Praxis relativiert sich diese durchaus zutreffende Angabe ein wenig. Es sind tatsächlich zwei Interfaces, mit jeweils eigenem USB-Anschluss, verbaut. Beide verfügen über vier Kanäle (2In/2Out) und 16bit / 48kHz. Ideal um via USB zwei Rechner anzuschließen und die Summe einer darauf laufenden Software, über die zuständigen Kanäle, am Mixer einzuspielen. Oder andersrum: um das Mastersignal des Mixers aufzunehmen.

Etwas komplizierter wird es dann, wenn der CORE MIX-4 als externer Mixer, von zwei Decks (z.B. in Traktor), fungieren soll. Bei Windows ist ASIO4ALL vonnöten, bei einem MAC das Audio Setup. Im Ergebniss summiert beides die Kanäle der Soundkarten so, dass man diese in der Sofware den Decks zuweisen kann.

Nun könnte man auf die Idee kommen den Mixer und seine Soundkarte für die Vinylsteuerung einer Software (DVS) zu nutzen. SERATO und TRAKTOR fallen schon mal raus, VIRTUAL DJ oder MIXVIBES wären denkbar. Das Unterfangen scheitert allerdings daran, dass Phono und USB-Interface nicht auf dem gleichen Eingangskanal liegen. So meine Vermutung, mangels verfügbaren Programm fehlt dazu der Nachweis.

Mix 4 Returnweg

Effektweg -> Mit seiner Send / Return Schleife bringt der CORE MIX-4 gute Voraussetzungen mit externes Gerät einzubinden. Also zum Beispiel ein Kaosspad oder ein 19″ Reverb auf die Mikrofone. Das ist eigentlich eine feine Sache. Vom ausgewählten Kanal geht ein Signal per Sendregler an das externe Gerät, das verarbeitete Signal wird anschließend über den kleinen Returnfader dem Mastersignal zugemischt. Persönlich würde ich annehmen, dass ein paar interne Effekte mehr zur Zielgruppe passen. Klar, der Preis … ich weiß. Aber DAP AUDIO verfolgt bei anderer Hardware ein cleveres Konzept. Dieses kommt nämlich mit einem Slot, welcher (gegen Aufpreis) mit frei wählbaren Ergänzungen (Record, MP3, Bluetooth) bestückt werden kann.  Nun stelle man sich vor, es gäbe ein kleines DSP Effekt-Modul, mit dem sich ein Delay aufs Mikro zimmern ließe.  Wäre ich Produktentwickler, hätte ich in diese Richtung gedacht. Aber, ums steinbrückisch zu sagen “Hätte, hätte, Fahrradkette”.

Switch

Fazit -> Clubmixer mit vier Kanälen, ein hart umkämpftes Feld. Mit dem MP3-Modul, den zwei Mikrofoneingängen, seinen flexiblen Anschlussmöglichkeiten und den Audio Interfaces hat der CORE MIX-4 USB das Zeug besonders Mobil DJs zu gefallen. Sparfüchse werden sich preislich tiefer orientieren und da bietet BEHRINGER gefühlte drölfzig Mischpulte an. Spezialisten suchen sich einen Mixer, der ihre individuellen Ansprüche erfüllt. Und dann gibt es da noch RELOOP, NUMARK, GEMINI und so weiter … die auch nicht untätig sind. Kurz: Ich würde Effekte reinpacken, regelbar pro Kanal, dazu die 19″-Fähigkeit als Alleinstellungsmerkmal rausarbeiten und anschließend voll auf die DJs zielen, die auch die hauseigenen Kompakt-PAs kaufen. Am Gerät selbst habe ich weder haptisch noch klangtechnisch großartig was zu bemängeln. Natürlich immer mit Blick auf das Preis / Leistungsverhältnis.  Der aktuelle VK liegt bei 479 399 Euro.

Alternativen -> RELOOP RMX40 USB (sofern noch erhältlich), BEHRINGER NOX 606
Die CORE-Serie gibt es auch mit zwei und drei Kanälen!

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