Fugees

Fugees “Ready Or Not”

Ausgangspunkt zu einer neuen Reise durch die wundersame Welt der Samples ist diesmal Bob Marley.

 

Der “King Of Reggae” wäre heute siebzig Jahre alt geworden. Obwohl er bereits 1981 an den Folgen eines Krebsleidens verstarb, ist sein Erbe sehr lebendig. Familiär und musikalisch. Selbst posthum veröffentlichte Songs schafften es an die Spitze der Charts. Zum Beispiel “Buffalo Soldier”, aus dem Jahre 83. Darin befasst sich Bob Marley mit der Geschichte um befreite Sklaven, die in den Kampf gegen Indianer geschickt wurden, um diese von ihrem Land zu vertreiben

Bei dem Singalong-Part in der Mitte ist die Komposition inspiriert vom “Tra la La Song” der Banana Spilts. Das war die Erkennungsmelodie einer TV-Serie, bei der es um eine fiktive Rockband ging, welche aus vier Tieren bestand. 1A Kostümfasching, um 1970.

Damit zu den Fugees, deren “Ready Or Not” von 1996 “Buffalo Soldier” zitiert. Damit nicht genug, denn dieser Titel greift ordentlich zur Wiederverwertung. Das Grundgerüst stammt von The Delfonics. Der R`nB Hit aus dem Jahr 1968 wurde bald darauf auch von The Jackson Five gecovert.

Das markante Intro wurde bei Enya entliehen. “Boadiecea” – 1983 für den Soundtrack zu einem Dokumentarfilm der BBC geschrieben, schaffte es in die Produktion der Fugees. Wobei Enya nicht gefragt wurde. Großer Move, denn Enya (spätestens Ende der 80er mit “Orinoco Flow” international bekannt) verzichtete auf eine Klage. Dafür wurde ihr Name nachträglich auf die Platten aufgeklebt.

Zitiert wird auch noch kurz “If I Ruled The World” von Kurtis Blow. Bekanntlich vertieft Lauryn Hill diese Idee zusammen mit Nas, in dessen gleichnamigem Track. Die Sängerin der Fugees hat übrigens fünf Kinder mit Rohan Marley, einem der Söhne von olle Bob. Nun aber erstmal zum “Ready Or Not” der Fugees – angeblich der Lieblingssong von Barack Obama.

Ziemlich früh kam DJ Zinc darauf den Fugees Hit in Drum`n Bass / Jungle zu überführen. Später wurde diese Schablone noch einige Mal genutzt. Unter anderem von Aphrodite.

Natürlich gibt es unzählige Reworks, Edits und Mashups des Fugees-Klassikers, einer meiner liebsten kommt vom polnischen Producer Dreadsquad. Der kreuzt mit Max Romeos “Chase The Devil”, welches wiederum über The Prodigy zu Ruhm kam.

Ich könnte jetzt über Prodigys “Out Of Space” weitergehen. Oder über “Lucifer” von Jay Z. Oder über einen der Marley Söhne. Nehmen wir Damien. “Welcome To Jamrock” führt zu Ini Kamoze und damit zum “Hotstepper”. “As We Enter” bringt uns zu Mulatu Astake und dann zu Busdriver, der auch Mozart sampelt. Aber: Mit Reggae startete dieser und so endet er auch … cause “go, go, go, go go, go, go, Marley. It’s your birthday“. Mehr ein andermal.

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