AKAI AMX & AFX

Test: Akai AMX & AFX – neues Controller-Paar für Serato DJ

Akai hat sich mit den MPC-Drummaschinen weltweit einen Namen gemacht und möchte jetzt auch digitale DJs überzeugen. Ob der Einstieg mit den beiden Controllern AMX und AFX gelungen ist, erfahrt ihr in diesem Test.

AKAI AMX & AFX

AKAI AMX & AFX

 

Die Produktpalette von Akai war bislang schwerpunktmäßig auf den Studio- und Live-Bereich ausgerichtet. Mit den kompakten Serato-DJ-Controllern AMX und AFX möchte man jetzt die DJ-Kanzeln erobern.

Mixer-Controller

Akai schickt mit dem AMX einen Zweikanal-Controller ins Rennen, dessen Gehäuse komplett aus Kunststoff gefertigt ist und eine Breite von ca. 13 cm und eine Tiefe von 27 cm aufweist.

AKAI AMX

AKAI AMX

 

Der Controller ist mit zwei Kanalzügen versehen, die EQ-, Filter- und Gain-Regler beinhalten und sich ausschließlich in Verbindung mit einer Software nutzen lassen. Eine Standalone-Nutzung als Mixer ist nicht möglich. Für das Track-Mixing sind Kanalfader und ein Crossfader verbaut. Bei letzterem handelt es sich um einen „mini Innofader“ mit stufenlos wählbarem Kurvenverlauf und Hamster-Switch-Schalter. Im Abschnitt „Scratchnerd Härtetest“ findet ihr einen ausführlichen Crossfader-Praxistest. In der Mitte des AMX gibt es beleuchtete Kunststofftaster zur Transportsteuerung und einen Encoder zum Blättern in der Songverwaltung.

AKAI AMX

AKAI AMX


Im Inneren des Akai-Geräts steckt ein Audiointerface mit zwei Stereo-Ein- und Ausgängen, das mit 24 Bit und bis zu 96 kHz genutzt werden kann. Auf der Rückseite des AMX sind die Audioeingänge als Cinch-Buchsen ausgeführt, die mit Line- oder Phonosignalen kombiniert werden können. Das Masterausgangssignal gelangt ebenfalls über eine Cinch-Buchse an eine Verstärkeranalage, aber wahrscheinlich eher an ein zwischengeschaltetes DJ-Mischpult, da der Controller keinen separaten Booth-Ausgang besitzt.

AKAI AMX

AKAI AMX

Die Stromversorgung und die Kommunikation mit einem Steuerdatenempfänger erfolgt über eine USB-Buchse. Einen separaten Netzteilanschluss gibt es nicht. Bei angeschlossenem AMX kann die Software Serato DJ genutzt werden, die sich für einen Aufpreis von 99 US-Dollar auch mit DVS-Medien steuern lässt.

 

Effekt-Controller

Der Akai AFX hat das gleiche Grundgehäuse wie der AMX, verfügt aber eine andere Ausstattung an Bedienelementen und hat damit einen anderen Einsatzfokus. Mit seinen Tastern und Drehreglern übernimmt er die Steuerung kreativer Funktionen.

AKAI AFX

AKAI AFX

 

8 gummierte Pads mit Anschlagsdynamik erlauben die Bedienung von Hotcue-Punkten, Loops, der Slicer- und Flip-Funktion sowie des Samplers. Oberhalb der Pads befindet sich ein Encoder, der unterschiedliche Steuerungsaufgaben in Abhängigkeit des gewählten Pad-Modus übernimmt. Mit einem Touchstrip gelingt die Suche innerhalb eines Songs sowie das Ausführen von Pitchbend-Manövern oder die Steuerung eines Effekts.

AKAI AFX - Touchstrip

AKAI AFX – Touchstrip

Der AFX hat lediglich eine USB-Buchse auf seiner Rückseite, die zur Spannungsversorgung und der Datenübertragung dient.

AKAI AFX - Rückseite

AKAI AFX – Rückseite

Im Unterschied zum AMX müsst ihr Folgendes zusätzlich beachten. Der AFX ist ein offizielles Serato DJ Zubehörprodukt und kann zwar direkt zur Steuerung der Software genutzt werden, benötig zum Betrieb von Serato aber noch ein zweites Produkt mit der Bezeichnung „Serato DJ Enabled“. Ihr könnt hierzu beispielsweise ein Audiointerface oder einen Mixer von Rane wählen, aber auch einen entsprechend kompatiblen Controller von Numark, Pioneer oder der Gemini. Allen AFX liegt ein Gutschein für die Back-Pack-Effekt-Expansion bei und die ersten 5000 Geräte erhalten zusätzlich noch eine Freischaltung für die Remix-Funktion Serato Flip.

 

Controller im Einsatz

Das Controller-Team Akai AMX und AFX kann ohne Konfigurationsaufwand mit Serato DJ genutzt werden, da ihre Abstimmung ab Werk erfolgt. Die Geräte sind gut verarbeitet und bieten eine schlüssige Bedienung, die sich nahezu vollständig auch ohne Blick in die Handbücher erschließt. Da Akai die beiden Boliden ohne Pitchfader und Jog-Wheels ins Rennen schickt, müsst ihr die Tempoanpassungen mit Encodern und dem Touchstrip vornehmen. Dieser Vorgang gelingt in der Praxis recht ordentlich, wird aber auch nur dann benötigt, wenn ihr auf die Sync-Funktion verzichtet oder Serato DJ nicht mit Control-Medien steuert.

 

Scratchnerd Härtetest

In der Theorie ist der AMX im DVS-Einsatz ein Traum jedes Turntablisten und Scratch-DJs. In der Praxis gelingt der Spagat zwischen Transportabilität und Battlemixer-Features allerdings nicht ganz. Dabei ist der Ersteindruck durchaus positiv! Die Crossfader-Cap sitzt ordentlich und trotz der kleinen Größe bleibt man beim Scratchen nirgends mit den Fingern hängen. Durch die gummierten Füße und das gute Eigengewicht bleibt der AMX auch bei härteren Scratches sicher stehen. Die wählbare Latenzzeit und die gebotene Soundqualität überzeugen. Wenn ihr die Timecode-Signalschwelle (Threshold) im Kalibrierungsmenü anpasst, könnt ihr sogar langsame Scratches ausführen, die eine gute Klangqualität haben. Der mini Innofader läuft fast von alleine und, wie bereits erwähnt, ist seine Faderkurve direkt an der Hardware verstellbar.

 

AKAI AMX

AKAI AMX – Crossfader

Leider leistet sich der AMX einen kleinen Schönheitsfehler beim Cut-In, also dem Weg, den der Fader zum Öffnen braucht. Mit 2 mm Cut-In und 1 mm Cut-Out ist der Weg des mini Innofaders nicht nur relativ lang, sondern auch ungleichmäßig. Das führt bei komplexeren Techniken schnell zu einem ungenauen Sound. Vor allem die erfahrenen Turntablisten unter euch, die einen scharfen Cut-In-Punkt gewöhnt sind, werden hier Schwierigkeiten haben. Zwar lässt sich der Crossfader nach einem Ausbau kalibrieren, genauer als in der Werkseinstellung wird der Cut-In-Punkt dadurch aber nicht.

Anfänger und DJs, die nicht sonderlich viel scratchen, werden mit dem Crossfader ihre wahre (und lange) Freude haben. Turntablisten sollten sich auf eine längere Eingewöhnungsphase einstellen!

 

Die Soundkarte des AMX ist für viele Nutzer ausreichend vor allem, wenn sie im Heimbetrieb zum Einsatz kommt. Wenn ihr allerdings einen Einsatz im professionellen Rahmen plant, solltet ihr beachten, dass der Ausgangspegel der Soundkarte des Controllers selbst dann nicht sonderlich hoch ist, wenn der maximale Pegel in der Software gewählt wird. Dieser Umstand ist wahrscheinlich auf die USB-Spannungsversorgung zurückzuführen und lässt sich nur mittels ordentlicher Gain-Anhebung mit einem nachgeschalteten Mischpult zumindest weitestgehend kompensieren.

 

Kreatives

Mit dem AFX könnt ihr die Kreativausstattung von Serato DJ steuern und unter anderem die beiden Effektbusse einrichten und aktivieren. Die Effekte lassen sich mit den Tastern und Drehreglern bedienen. Wenn ihr den Touch-Modus einschaltet, den es auch für die EQs des AMX gibt, so reagieren die Potis auf eine Berührung und aktivieren die Effekte. In der Praxis lassen sich hiermit durchaus nette Mixtricks ausführen, allerdings besteht auch die Gefahr der unbeabsichtigten Funktionsaktivierung, wenn man in der Hektik an einen Poti kommt.

AKAI AFX - Closeup

AKAI AFX – Closeup

 

Bei den Effekten besteht zusätzlich das Problem, dass ihre Dosierung im Touch-Modus etwas erschwert ist, da Reglerbewegungen nur bei eingeschaltetem Effekt möglich sind. Scratch-DJs dürften sich darüber freuen, dass die Effekte erst nach dem Crossfader auf das Signal gelegt werden. Dadurch könnt ihr beispielsweise Scratches mit Delay oder Reverb kombinieren. Die acht Pads des AFX leuchten je nach gewählter Funktionsbelegung unterschiedlich und reagieren sehr gut auf Anwendereingaben. Ihr könnt, wie eingangs beschrieben, Hotcue-Punkte setzen und triggern sowie automatische und manuelle Loops inklusive Loop Roll steuern. Alternativ gelingt mit dem AFX auch die Kontrolle des Samplers, dessen Samples anschlagsdynamisch gespielt werden können. Im Slicer-Modus und mit der Flip-Funktion könnt ihr Tracks in Echtzeit remixen und so ein individuelles Set spielen.

AKAI AFX - Pads

AKAI AFX – Pads

Die Back-Pack-Effekterweiterung umfasst Effekte wie Tape Echo, Looper, Time Stretch oder SpiralEcho Down, etc., mit denen sich Songs schön verfremden lassen.

 

One more thing…

Akai hat seine beiden neuen Controller zwar explizit auf Serato DJ abgestimmt, da die Geräte aber „normale“ MIDI-Daten senden, könnt ihr sie mit jeder MIDI-steuerbaren Software wie zum Beispiel Traktor Pro, Cross aber auch Ableton Live kombinieren. Mit einem stromversorgten USB-Hub und einem Camera Connection Kit ist zudem auch ein Anschluss an ein iPad möglich. Durch einen kleinen „Verkabelungstrick“ könnt ihr den AMX auch als vierkanaliges Interface mit einem externen Mixer nutzen. Dazu müsst ihr lediglich den Masterausgangs und den Kopfhörerausgang an das Mischpult anschließen und die Kanäle entsprechend in der Software auswählen.

 

Fazit

Mit den beiden Controllern AMX und AFX ist Akai ein guter Einstieg in das Thema digital DJing gelungen. Beide Geräte verfolgen einen eigenständigen Bedienansatz und können gemeinsam, aber auch in Verbindung mit anderen Controllern zum Einsatz kommen. Preislich hat Akai die Geräte realistisch platziert, da der Anwender einen ordentlichen Gegenwert erhält. Die angesprochenen Kritikpunkte hinsichtlich des etwas leisen Ausgangspegels und des nicht ganz exakt arbeitenden Crossfaders sollte man entsprechend seiner Ansprüche und Einsatzgebiete abwägen. Wenn ihr also auf der Suche nach kompakten Begleitern für euer DJ-Setup sucht, solltet ihr die Akais in eure Auswahl mit einbeziehen.

 

 

Hersteller: Akai

Preise: AMX 239 Euro, AFX 219 Euro, Serato DVS-Expansion 99 Euro

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Bildschirmfoto 2015-02-26 um 17.18.21

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