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HARMONIC MIXING – BeaTunes oder Mixed In Key?

Grundlage für das “Harmonic Mixing” ist die ordentlich bestimmte Tonart eines Tracks.  Beatunes kann unter anderem das und tritt damit gegen den Platzhirsch Mixed In Key an.

 

BeaTunes soll eine Universalwaffe sein. Das Tool hilft bei der Analyze und Pflege von Musikdatenbanken, ermöglicht das Erstellen und Abspielen von Playlisten, gleicht mit iTunes ab, erkennt Duplikate, den BPM-Wert und die Haupttonart eines Tracks. Dieser, auf Basis von Algorithmen ermittelte Wert ist die Grundlage für Harmonic Mixing, das harmonisches Mixen. Grob umschrieben, geht es dabei um einen Mix, bei dem die Titel nicht nur im Tempo zueinanderpassen, sondern auch in der Tonart. Besonders kreativ läßt sich diese Technik in Kombination mit einer DJ-Software einsetzen, da in dieser die Geschwindigkeit eines Titels gepitcht werden kann, ohne dass sich die Tonhöhe ändert. Dieses Feature nennt sich Key Lock.

Camelot Mixing System

Das Camelot – Wheel vereinfacht harmonisches Mixen

Es stellt sich die Frage nach der Genauigkeit der Key-Analyse. Mit geschultem Gehör, einem Keyboard und viel Zeit könnte man die Haupttonart eines Songs manuell ermitteln. C-Dur, F-Moll … wer im Musikunterricht nicht zum Fenster rausgesehen hat, verbindet das mit Bachs Fugen oder Mozarts Violinenkonzerten. Natürlich fußt auch elektronische Musik auf Noten und elektronisch sind ebenfalls die Hilfsmittel zu deren Erkennung. Führende Software zur Tonhöhen-Analyse ist seit vielen Jahren MIXED IN KEY.  Die DJ-Software Traktor Pro 2 verfügt über eine integrierte Erkennung, bei Shops wie Beatport ist die Tonhöhe inzwischen Suchkriterium und bei BeaTune ist die Erkennung eines von vielen Features. Angegeben wird die erkannte Tonart häufig “so Hausnummerartig” – also 7A oder 12B, Das ist das sogenannten Camelot System, welches das harmonische Mixen stark vereinfacht. Was an eine Uhr erinnert, hilft dabei die Nachbarschaft von Tonarten zu erkennen. Kurz: Je weiter weg ein Feld liegt, umso weniger harmonieren die Titel.

Beatport Info

Key und BPM bei BEATPORT

Mein Versuchsaufbau ist simpel. Ich habe fünf Tracks aus Beatport, inklusive deren Key-Angabe. Dazu zwei klar bestimmte, kurze Loops aus meinen Samplefundus und zwei populäre Titel, deren Tonart ich auf einem recherchierten Notenblatt ablesen kann. Letztlich habe ich einen Track in Ableton Live zusamengeschustert. Frei nach Bach: Fuge in C-Dur. Als Futter für MIXED IN KEY und BeaTunes gibt es  zwei identische Ordner, drinnen die zehn Dateien teils MP3, teils Wav.

Mixed In Key 7

Mixed In Key 7

MIXED IN KEY 7 benötigt für die Analyse knapp 90 Sekunden. Angezeigt werden die Keys (Camelot Wert oder klassisch), das Tempo sowie das Energielevel (ja, sowas gibts). Optional werden automatisch Cue-Punkte gesetzt. Ein ausgewählter Song kann in einen Player geladen werden, mit einem virtuellen Klavier läßt sich das Ergebnis der Analyse per Gehör nachprüfen. Eine weitergehende Datenbank oder MP3-Tag Pflege ist nur rudimentär vorgesehen. Dafür gibt es (für Mac) die “Schwestersoftware” Meta Bliss.

beaTunes 4

beaTunes 4

BeaTunes 4 ist etwas flinker und zeigt neben BPM und Key (kein Camelot! (*1)) auch obskure Symbole für “Lied-Übergänge”, “Stimmungskategorien” und – unter Inspektion – allgemeine Hinweise an. So werden zum Beispiel meine individuellen Genres als “selten” bemängelt. Ist aber alles anpassbar.

Beatunes Infofenster

Track Informationen

Im Programm hat man die Möglichkeit die Trackinformationen, etwas umfangreicher als bei MIK7, zu bearbeiten. Zweckmäßig ist auch der optinale Check auf Duplikate. Bevor man eine Datenbank scannt oder gar doppelte Dateien löscht, sollte man sich mit den Optionen vertraut machen. Überhaupt empfiehlt es sich, diese etwas im Auge behalten. BeaTunes connected sich bei Bedarf mit diversen Diensten. Zudem werden “Fingerprints” an einen Server gesendet. Mit dieser Praxis stand auch MIXED IN KEY bereits in der Kritik. Das ist die Kehrseite eines solchen Dienstes, der auch auf”Erfahrungswerte” – technisch: eine Datenbank – zurückgreift. Um reibunsglos zu arbeiten, brauchen beide Programme einen Onlinezugang! -> Anmerkung: nicht zwingend (*1)

Mixed In Key 7 gegen beaTunes 4 Vergleich

Kommen wir zum Ergebnis. Das fällt recht eindeutig aus. MIXED IN KEY spiegelt weitgehend die Vorgaben. Nur in wenigen Fällen liegt die Analyse etwas daneben. Lediglich bei den Loops ist die Differenz etwas größer. BeaTunes schafft bei der Key-Erkennung keine 50%. Auch bei der BPM-Erkennung leistet sich der Algorithmus Schnitzer. Prädikat: ausbaufähig. Die Trophäe geht an MIXED IN KEY 7.  (*1)

MIXED IN KEY 7 ist für Windows und OSX erhältlich. Kosten 58 US-Dollar. BeaTunes läuft auch auf Mac und PC, bevorzugt 64bit und Intelprozessor. Der Preis liegt etwas niedriger, bei 35 US-Dollar. Beide Programme haben deutschsprachige Infoseiten.  BeaTunes hat auch eine deutsche Bedienoberfläche.

BeaTunes Webseite Mixed In Key Webseite

(*1) Mit den richtigen Einstellungen in den Optionen sind die Analysewerte deutlich besser. Auch Camelot ist bei BeaTunes machbar. Siehe in den Kommentaren zu diesem Beitrag. Ich habe dazu auch einen Nachtrag geschrieben. -> hier

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