thickevsgaye

Pharrell Gaye “Blurred Lines To Give It Up”

Die heutige Quellenforschung kommt aktuell, kurz und kontrovers. Hat Pharrell Williams bei Marvin Gaye abgekupfert? Ein Gericht sagt ja.
Bereits kurze Zeit nach Veröffentlichung des Hits “Blurred Lines” von Robin Thicke, kursierten erste Mashups im Netz. Das Ding wurde mit “Ice Ice Baby” zusammengebracht, auf den Coolie Riddim gebastelt oder mit Marvin Gayes “Got To Give It Up” gekreuzt.

Damit griffen Hobbyproducer dem vor, was eine Jury in Los Angeles nun festgestellt hat: Pharrell Williams, von dem “Blurred Lines” stammt, hat den 1977 erschienen Song der Soul Legende Marvin Gaye kopiert. Zur Strafe muss er 7,4 Millionen Dollar an dessen Kinder zahlen.

Stichwort Familie, Kategorie tragisch: Gaye wurde 1976 wegen ausbleibender Unterhaltszahlungen verklagt, nahm daraufhin ein Album auf, welches so persönlich ausfiel, dass ihn seine Ex-Frau erneut verklagen wollte. 1983 zieht einer der größten Musiker aller Zeiten – mit Mitte Vierzig, auf Koks und depressiv – zurück zu seinen Eltern und findet am Tag vor seinem 45. Geburtstag, bei einem Streit mit seinem Vater, den Tod. Die Smith & Wesson, mit der er erschossen wurde, hatte er seinem Dad zu Weihnachten geschenkt.  Es bleiben Hits wie “Ain`t No Mountain High Engouh”, “I Heard It To The Grapevine”, “Whats Going On”, “Inner City Blues” oder “Sexual Healing”.

Nun gehen die Meinungen auseinander. Auch ich muss gestehen, eine Ähnlichkeit ist da. Eine Hommage an souligen Discosound. Aber ich habe schon dreistere Nachbauten gehört. Zumal Pharrell keinen Hehl daraus macht, dass er mit der Musik von Marvin Gaye aufgewachen ist. Ähnlich wie bei Lebensmitteln bleiben da Spurenelemente nicht aus. Interessant ist die Angabe, in welcher Zeit “Blurred Lines” erschaffen wurde: eine Stunde! Reichte für die Nummer 1 in vielen Ländern. Ein Welthit. Mit 14,8 Millionen verkauften Einheiten eine der “Best Selling Digital Singles” ever.

Der Name Pharrell Williams zieht sich durch aktueller Musik, wie einst der von Marvin Gaye. The Neptunes, N*E*R*D, Kooperationen von “Drop It Like Its Hot” bis “Get Lucky” und unlängst die virale Supersau auf allen Kanälen “Happy” – für das sich bisher noch kein Originalurheber gemeldet hat. Eigentlich ist also davon auszugehen, dass Pharrell Songs schreiben kann sowie, dass er 2013 nicht unter Erfolgszwang einem mittelschweren Hit aus den Siebzigern nachbaut. Bei der Idee einer Inspiration geh ich mit. Wie auch Marvin Gaye wohl von Johnnie Tayors “Disco Lady” inspiriert war. Und das mit dem “Live Party Feeling Klatschen” ist übrigens das Trademark eines ganz anderen, ganz Großen: James Last … “Non Stop Dancing 65”.

Zuletzt noch ein angetrapter Nachbau von Dangeorus: “I Got This From Jamaica”.

 

Von uns vorgestelltes DJ Equipment könnt Ihr hier günstig kaufen!

 

Neueste Beiträge des Autors: