Traktor Kontrol D2 neben Allen & Heath Mixer

Teaser: NI Traktor Kontrol D2 auf der WMC

Am Donnerstag den 26.3.2015 erreichte mich die Info, dass auf der Winter Music Conference in Miami (USA), Native Instruments etwas Neues anteasern wird. Dort sollte während des 24-stündigen Live Streams vom Red Bull Guest House etwas zu sehen sein, mit dem Dubfire, MK und Uner angeblich auflegen. Da mir mein Schlaf wichtiger war, als unter der Woche um 2 Uhr Nachts ein DJ-Set zu verfolgen habe ich erst ein mal abgewartet, was die anderen Blogger zu berichten haben, die vielleicht etwas näher am Geschehen waren.

Traktor Kontrol D2 neben Allen & Heath Mixer

Traktor Kontrol D2 neben Allen & Heath Mixer

DJ Worx  hat ein paar schöne Aufnahmen zusammengestellt, die den Traktor Kontrol D2 von mehreren Seiten zeigen.

Was steckt drin?

Der Traktor Kontrol D2 ist ein modularer Controller mit integriertem USB-Hub, um mehrere Geräte mit einander verbinden zu können. Im Groben sieht er aus wie die Deckseite eines S8 und lässt sich dank klappbarer Beine anwinkeln, um so einen besseren Blick auf die Screens und die Arbeitsfläche zu bekommen. Material und Bedienelemente werden höchstwahrscheinlich auch vom S8 stammen. Rückseite des D2 weisst 2 USB Typ A- und einen USB Typ B-Anschluss auf. Eine internes Audio-Interface ist nicht vorhanden. Der Traktor Kontrol D2 wird vermutlich etwas größer als die anderen Module von NI sein (X1,F1, Z1). Und da hier, wie beim S8, ebenfalls Screens verbaut sind, dürfte der noch unbekannte Straßenpreis vermutlich über 200 Euro liegen.

NI Traktor Kontrol D2 Display

 

Einschätzung

Der geteaste Traktor Kontrol D2 spaltet jetzt schon die DJs-Technik Interessierten in 2 Lager. Als Modularer Controller  sehen ihn einige als NI´s Antwort auf die allseits bekannten Pioneer CDJs, die ebenfalls als MIDI-Controller eingesetzt werden, wobei  man hier strickt daran festhält, das die “Zukunft des DJings” keine Jogwheels braucht. Das andere Lager wird wahrscheinlich eher enttäuscht sein, da sie sich vielleicht ein Gerät gewünscht haben, dass mit einem Jogwheel bestückt ist und dann komplett ohne Computer auskommt. Fakt ist, dass der D2 als Modul für Traktor seine Zielgruppe weiterhin im Pro Bereich findet, denn die Auslegung auf  das Live Remixing ist bis jetzt noch nicht jedermanns Sache und gehört auch nicht zu den Basics des Auflegens. DJs die gerne im externen Modus mixen und lieber am Club-Pult stehen, statt eine komplette Konsole mitzubringen kommen für den D2 genauso in Frage, wie solche, die eine Erweiterung zu ihrem Z1 oder Z2 suchen.

Persönlich würde ich den D2 als Add-On in meinem Traktor DVS Set sehen, wobei ich bedenken hätte, ob 2 von der Sorte nicht schon wieder zu viel Gepäck wären. Auch als Nicht-Scratcher käme der D2 als Stand Alone Lösung bei mir nicht in Frage, da das Fehlen eines Jogwheels sich für mich wie eine Lähmung beim Auflegen anfühlen würde. Aber das ist nur meine persönliche Meinung, die mehr auf meiner Arbeitsweise basiert statt alles ohne Jogwheels schlecht zu reden oder gar die Sync-Button Diskussion neu zu entfachen. Letztendlich ist es natürlich auch eine Frage des Budgets. Und da der Preis und die Lieferzeit noch nicht bekannt sind, kann man getrost bis zur offiziellen Bekanntgabe von NI oder der Musikmesse in Frankfurt, die ab dem 15.4.15 los geht, abwarten.

Strategisch gesehen

Mit dem erscheinen des Traktor Kontrol D2 und der kürzlich veröffentlichten Kompatibilität des Pioneer CDJ-900nexus und dem XDJ-1000 mit Traktor Pro, ist es recht unwahrscheinlich, dass NI ein Modul mit Drehteller heraus bringt.

… also kann man sich natürlich weiterhin mit anderen DJs darüber streiten ob Live Remixing die Zukunft ist? Ich frage mich an dieser Stelle immer, ob bei all dieser Hype Generierung auch mal daran gedacht wird, was diese Spaltung denn für die Zukunft des DJs bedeutet? Muss man sich für ein Lager entscheiden und ist dann in einer Produktwelt  gefangen, die mit Indoktrination von den wirklichen alltäglichen Probleme des DJs ablenkt? Platzprobleme, Kabelsalat und Inkompatibilität zum anderen DJ sind keine Seltenheit und ein Beweis dafür, dass man sich weiter von einem Standard entfernt, als ihn herbei zu führen. Und welche Aufgabe haben noch mal die Onboard Screens, wenn man den Rechner trotzdem mitschleppen muss? Ach ja, sie sollen den Blick woanders hinlenken, aber nicht zum Publikum, oder? 🙂

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