Soundcloud Zefr

SOUNDCLOUD Copyright News

Der Dreiklang geht so: Soundcloud, Copyright, Monetarisierung. Mit der Hilfe der Spezialisten von Zefr könnte Soundcloud zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Allerdings dürften bei diesem Fliegenklappenschlag Kollateralschäden unvermeidlich sein. Die Opfer? DJs. Aber Pathos beiseite, dröseln wir das mal kurz auseinander.

Soundcloud hat 175 Millionen “Listeners” (was immer das genau ist) und ein Problem. Unter dem Zeug, an dem sich die “Listeners” erfreuen, ist eine große Menge, bereitgestellt von DJs und Hobby-Producern. In Form von Mixen, Remixen oder Mashups. In den seltensten Fällen haben diese “Contenterbringer” – wider ihrer Angabe beim Upload – die Rechte dazu. Die liegen bei Plattenfirmen oder Verlagen, welche damit Geld verdienen wollen. Soundcloud muss Geld verdienen. Bisheriger Ansatz dazu sind die kostenpflichtigen Accounts, die den Dienst monetarisieren. Jedoch bedeutet Zuwachs an Inhalt gleichzeitig Zunahme von potentiellen Copyrightproblem. Wie gestern gemeldet wurde, setzt Soundcloud in Zukunft auf die Hilfe von Zefr, einem Spezialisten für Rechteverwaltung.

Wie genau das funktionieren wird ist noch offen, jedoch kann man es beispielhaft bei Youtube sehen. Auch da ist Zefr für die Aufdeckung von unauthorisiertem Inhalt zuständig. Statt diesen zu entfernen, können Rechteinhaber die Fan-Aktivitäten verwerten. Ist im Video zum Beispiel ein Track von Künstler XY vorhanden, wird auf eine Kaufmöglichkeit dieses Tracks verlinkt. Natürlich könnte auch allgemein Werbung ausgespielt werden. Sofern der Rechteinhaber dem überhaupt zustimmt. Sonst sieht man bei Youtube das altbekannte schwarze Fenster, mit weißem Infotext. Was in Deutschland bekanntlich oft vorkommt.

Ist die Kooperation zwischen Soundcloud und Zefr nun das Ende der Welt oder wenigstens das Ende der DJ-Kultur auf Soundcloud? Wie es Peter von den Blogrebellen vermutet? Myspace 2.0, aus anderen Gründen? Nicht auszuschließen. Jedoch glaube ich, dass sich Soundcloud der Bedeutung des Inhalts bewußt ist. Warum sollten 175 Millionen Leute einen Dienst nutzen, der die gleiche Soße wie ein Formatradio dudelt? Warten wir also ab, wie die Lösung aussieht. Ich könnte mir vorstellen, dass ein gestreamter DJ-Mix entweder mit eingespielter Werbung kostenfrei bleibt oder das ich (als Ersteller) einen Obolus zahle, um meinen “Listenern” werbungsfreies Hören zu ermöglichen. Im Gegenzug für diese Zahlung, die den Rechteinhabern zugute kommt, erwerbe ich temporär die Copyrights für meinen Mix. Will ich den zum Download anbieten, kaufe ich Downloadkontingente. Solange sich alles in angemessenen Beträgen und mit überschaubarem Aufwand bewegt, hätte ich kein Problem damit. Eigentlich eine allseitig zufriedenstellende Lösung. Auf die komme ich, auf eine bessere sollten Leute kommen, die Millionen verdienen wollen.

Stichwort Geld. Man muss sich natürlich einigen. Soundcloud hat theoretisch das Gewicht die Entwicklung beim Urheberrecht endlich mal in eine Richtung zu lenken, die ins Jahr 2015 passt. Sie müssen es sogar tun, weil sonst das Prinzip Soundcloud (was auch das Prinzip Hearthis ist) die Basis verliert. Im wörtlichen Sinn. Drücken wir also die Daumen.

Der Vollständigkeit halber: Acht Alternativen zu Soundcloud

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