Stanton Deckadance

Kommt FINAL SCRATCH 3.0?

GIBSON kauft DECKADENCE. Klingt erstmal nicht aufregend, ist es aber, wenn man die Geschichte digitaler Vinylsysteme kennt. Plötzlich scheint STANTON wieder im Spiel. Und von denen kam einst FINAL SCRATCH.

Zum Einstieg ein wenig Markenkunde. GIBSON – gegründet 1902 in Nashville, Tennessee – ist eigentlich für Gitarren bekannt. Paul McCartney, Mark Knopfler, Slash, Neil Young, Carlos Santana und Tausende weitere spielen oder spielten eine Les Paul, der Klassiker unter den E-Gitarren.  Ende 2011 kaufte GIBSON die DJ-Marke STANTON. Was ohne Folgen blieb, denn gefühlt schien sich dieser Hersteller nach einigen nicht zündenden Ideen (SCS System)  aus  dem Tagesgeschehen verabschiedet zu haben. Dabei kam eine der wichtigsten Innovationen der “DJ-Neuzeit” aus diesem Hause: FINAL SCRATCH. Die Mutter aller Vinylsystem – ursprünglich von holländischen Tüfftlern erdacht – begann ihren Siegeszug unter der Flagge von NATIVE INSTRUMENTS (Software) und STANTON (Hardware). Diese Kooperation zerbrach vor zehn Jahren, NATIVE fokusierte auf TRAKTOR SCRATCH und FINAL SCRATCH fiel dem Vergessen anheim.

final scratch

Auch mein erstes DVS: FINAL SCRATCH 1.5

Dann haben wir da noch IMAGE LINE. Eine Firma aus Belgien, die Anfang der Neunziger Geld mit Videospielen für Erwachsene verdiente. PORNTRIS hieß diese Kombination aus Bumsbildchen und bunten Bauklötzen. Bekannter ist ihr Musikprogramm: FRUITY LOOPS a.k.a. FL-STUDIO. Und neben dem lief seit 2007 eine DJ-Software einher: DECKADANCE. So bekannt die DAW FL-STUDIO ist, so weitgehend unbekannt ist DECKADANCE. Nun möchte sich IMAGE LINE auf das Kerngeschäft konzentrieren und tritt DECKADANCE an GIBSON bzw. deren Untermarke STANTON ab. Die haben großes vor. CEO Henry Juszkiewicz verkündet: “We have many exciting plans for Stanton, and projects that will rejuvenate the DJ scene in the years to come. Acquiring Deckadance is a huge step forward in that direction.

Eine logische Entwicklung, denn fest steht, wenn man mit den derzeitigen großen Playern – NATIVE, PIONEER, SERATO – mithalten will, braucht man eine eigene Software. Die Idee hatten auch schon einige Hersteller von Hardware, erinnert sei an RELOOP SPIN oder NUMARK CUE, aufgegangen ist die Strategie nicht. Bleibt abzuwarten, ob es STANTON glückt und demnächst Innovationen, wie einst FINAL SCRATCH, ins Haus stehen.

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