Serato App Pyro

SERATO PYRO

Eine App von SERATO. “Not just for DJ`s”, sagen die Neuseeländer. “In letzter Konsequenz gegen manche DJs”, behaupte ich.

Um meine These zu begründen, muß ich ausholen:  SERATO – die `97 mit Pitch`n Time begannen – hat die Entwicklung der DJ-Kultur stark beeinflußt. Scratch Live dürfte maßgeblichen Anteil daran haben, dass DJs heutzutage anstelle von Platten Laptops zum Gig schleppen. Für einige Grahlshüter war das bereits der erste Nagel in den Sarg der DJ-Kultur.

Exklusiver Hardwarepartner war lange Jahre RANE. Im Unterschied zu den Mitbewerbern – damals Final Scratch, Digiscratch, später Traktor Scratch – versprach SERATO lebenslang kostenlose Updates. Diese Strategie brachte die Neuseeländer in eine gute Marktposition, gleichzeitig engte sie zukünftige Optionen ein. Heute haben wir eine neue Software (Serato DJ), viele Hardwarepartner und nun auch eine App, die auf Consumer zielt. Das könnte – durch die Brille des Pesimisten gesehen – für manche DJs negative Folgen haben.  Das paradoxe daran: je besser SERATO die App etabliert, umso blöder wird es für diese DJs.

Serato Pyro App

Worum geht es überhaupt? Gestern hat SERATO eine App namens PYRO gelauncht. Erstmal nur in Neuseeland. Auf Basis seiner iTunes-Bibliothek kann der User Playlisten erstellen. Danach greifen Technologien, die man von einer DJ-Software kennt. Es kann beatgenau durch einen Song geskippt werden, PYRO analysiert BPMs, setzt Grids und bringt die Songs der Playlist in eine passende Reihenfolge. Natürlich wird auch automatisch übergeblendet. Ein Auto-DJ im Taschenformat.

Ist das nun schlimm? Nein, aber …
… nehmen wir mal an, PYRO verbreitet sich und wird ständig optimiert. Bestimmt wird bald eine Auswertung der Keys in einen Mix einfliessen (Key-Analyse soll es demnächst in Serato DJ geben), dazu noch das “Energie-Level” (wie bei Mixed In Key) oder die generelle Stimmung eines Songs. Dann mixt die App nahtlos und macht den Job somit besser als mancher DJ. Der hat dann nichts mehr zu tun. Und der wird dann – oder schon jetzt – jammern. “DJ-Apps nehmen uns die Bookings weg”. Was freilich Bullshit ist.

Ich kann den Zug von SERATO absolut nachvollziehen, sehe auch keine DJ-Kultur bedroht. Die Luft wird nur für die dünn, die auch jetzt nicht mehr (eher weniger) machen als eine App. Also einfach mit nem Laptop und nem Cinchkabel auflaufen, die größten Hits abfeuern und neben zwanzig Bier noch paar Euro einfahren, könnte in Zukunft schwieriger werden. Wenn denn die potentielle Kundschaft erfährt, dass es PYRO gibt. Interessanterweise titeln die Zeitungen und Portale “The Biggest Kiwi Tech-Company, You`ve Never Heard Of” – nachdem das uns seit Jahren vertraute SERATO mit einer Consumer-App kommt. 🙂

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