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Test: Thud Rumble TRX – Die neue Battlemixer Legende?

Mit dem TRX will DJ-Tech in die Fußstapfen von Vestax treten. Um dieses Ziel zu erreichen wurde niemand geringeres mit ins Boot geholt, als DJ-Qbert. In Zusammenarbeit mit Thud Rumble sollte so einer der besten Scratchmixer entstehen, die jemals gebaut wurden. Geht der Plan auf, oder hat sich DJ-Tech übernommen?

Ausgepackt

Im Lieferumfang des TRX befinden sich selbstverständlich das Handbuch und der Kaltgerätestecker. Soweit nichts Besonderes, wären da nicht noch die kleinen Plastiktüten mit den zusätzlichen Fadercaps. Hier handelt DJ-Tech, wie auch schon bei den DIF-Mixern, vorbildlich. Im Falle des TRX liegt ein kompletter Satz Ersatzfadercaps bei. Die Kanal- und Crossfadercaps gibt es sogar in doppelter Ausführung: mit eckigen Kanten oder leicht abgerundet.

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Packt man den TRX aus fällt vor allem das minimalistische Design ins Auge. Auf Markierungen um Fader und Potis wurde weitestgehend verzichtet. Durch die matte Lackierung fallen Gehäuseabnutzungen vom Scratchen auch so schnell nicht auf. Außerdem hat der Mixer ein paar Fader mehr als sonst: Main- Aux- und Headphone-Lautstärke werden komplett über lange 45mm-Fader geregelt. Zusätzlich gibt es kleine Fader für Filter- Pan- und Vorhörquelle. Der für Turntablisten wichtige Performancefokus ist hier klar erkennbar.

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A Propos Fader: als Cross und Linefader kommen Audio Innovates kontaktlose Mini Innofader zum Einsatz. Als wäre das noch nicht genug, bieten alle drei Fader komplette Curve- und Reversteuerung. Eine Reversefunktion findet sich ebenfalls bei den Filterfadern. Abgerundet werden die Klangformungsmöglichkeiten durch einen Dreiband-EQ.

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An Ein- und Ausgängen hat der TRX alles Wichtige an Bord: zwei umschaltbare Phono-/Line-Eingänge, ein Mic/Line Aux-Input und Ausgänge in Form von XLR, Klinke und RCA.

Der Kopfhörerausgang ist in 3,5mm und 6,3mm Ausführung vorhanden. Es ist also kein Problem, wenn Du mal wieder den Klinkenadapter deiner Kopfhörer verloren hast.

Neben der sehr praktischen und vor allem bereits vom DIF-1M bekannten, DVS-Schleife, gibt es für jeden Kanal separate Post-Fader Outputs. Das klingt getreu Peter Lustig komisch, ist aber so. Was es damit auf sich hat, erläutere ich im (nun folgenden) Praxisteil.

The good, the bad and the ugly

Als erstes fällt auf, dass der Mixer, im Gegensatz zu den DIF-Modellen, endlich auch auf einer Höhe mit handelsüblichen Turntables ist. Bei der Verarbeitung kann der TRX weitestgehend überzeugen. Lediglich die Buttons und Kippschalter haben insgesamt zu viel Spiel und trüben den wertigen Eindruck.

Performance wird beim TRX groß geschrieben:

Mit sage und schreibe drei Mini-Innofadern musst Du dir um Leichtgängigkeit und Langlebigkeit keine Sorgen mehr machen. Das Cut-In Verhalten der Fader ist etwas weicher, geht aber in Ordnung. Zusätzlich begeistert die volle Regelbarkeit von Curve- und Reverse. Mindestens genauso viel Spaß beim Scratchen machen die Filter- und Pan-Fader. Simpel, aber innovativ!

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Die Fader für Aux- Headphone- und Master-Volume wären, aus meiner Sicht, jedoch nicht unbedingt nötig gewesen. Vor allem mit Blick auf den leichtgängigen Masterfader wäre ein klassischer Poti deutlich genauer und sicherer regelbar.

Beim Scratchen mit Vinyl senkt man oft den Bass ab, um Nebengeräusche durch die Handbewegungen zu unterdrücken. Im besten Fall cuttet der EQ so sauber, dass das eigentliche Sample nicht an Qualität verliert. Der Bass-Regler des TRX greift hier leider schon etwas zu weit in die Mitten ein. Ansonsten geht der EQ in Ordnung, eignet sich durch die fehlende Kill-Funktion aber weniger für drastische Eingriffe.

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Bei den Anschlussmöglichkeiten lässt der TRX keine Wünsche offen. Vor allem die DVS-Schleife ist ein willkommenes Feature und funktioniert einwandfrei. Experimentierfreudige DJs könnten statt einem DVS-Interface beispielsweise auch Effekte einbinden. Eine innovative Neuerung stellen außerdem die Post-Fader Ausgänge (Direct Out) dar. Zusammen mit dem Aux-In ließe sich auch hier wieder eine Effektschleife improvisieren. Der wahre Zweck liegt aber darin, beide Kanäle getrennt aufnehmen zu können. Vor allem bei der Nachbearbeitung von Scratches oder Mixtapes ergeben sich so neue Möglichkeiten.

Die LED-Ketten sind leider sehr grob aufgelöst und die einzelnen LEDs blenden stark ineinander über. In Kombination mit der fehlenden Skala ist eine Einschätzung der Lautstärke nahezu unmöglich. Und wo wir von fehlenden Markierungen reden, wäre bei den Curve-Fadern eine Kennzeichnung der Arbeitsweise wünschenswert gewesen.

Die Buttons heben sich leider zu wenig vom Gehäuse ab. Dadurch ist, selbst bei Tageslicht, schwer zu beurteilen, ob der entsprechende Button aktiv ist, oder nicht. Hier wären kleine Signal-LEDs von Vorteil gewesen. Die Reverse Buttons sind außerdem so ungünstig positioniert, dass Scratches mit den Linefadern erschwert werden.

Fazit

Der Thud Rumble TRX ist ein überzeugender Battlemixer, der versucht, an die Tradition der Vestax PMC-Reihe anzuknüpfen. Mit innovativen Features wie Pan- und Filterfadern sowie den Direct-Out Kanälen bringt der TRX frischen Wind ins Battlemixer-Segment. Bei dem moderaten Straßenpreis von 429€ begeistern vor allem die drei Mini-Innofader mit vollständiger Curve- und Reversesteuerung. Getrübt wird der positive Gesamteindruck leider von leichten Schwächen bei Design und Verarbeitung. Turntablisten und Hiphop-DJs sollten sich den TRX in jedem Fall einmal anschauen.

Thud Rumble TRX

429
Thud Rumble TRX
7.75

Features

8/10

    Verarbeitung

    7/10

      Design

      7/10

        Lieferumfang

        9/10

          Pro

          • Innovative Features
          • Mini Innofader
          • volle Curve- und Reversesteuerung
          • Ersatzfadercaps

          Contra

          • wackelige Buttons
          • LED Kette ungenau
          • lange Fader nicht überall sinnvoll

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          • Ignomus

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