Die Musikmesse hat mich aus der Sicht eines DJs nicht wirklich vom Hocker gehauen. Die meisten News gab es schon zur NAMM im Januar, so dass viele Exponate eigentlich schon bekannt waren. Darüber hinaus sah in der Halle 9.1 alles ein wenig reduzierter aus als man es im Vorjahr in Halle 5.1 gewohnt war. Viele Stände waren kleiner und manche Aussteller sind erst gar nicht erschienen. Sofern man dann als Besucher nicht noch etwas auf der Prolight & Sound gesucht hatte, war der Rest schnell abgeklappert. Persönlich fand ich es aber trotzdem gut viele bekannte Gesichter wieder zu treffen und neue Kontakte zu schließen. Anbei habe ich mal, aus meiner persönlichen Sicht, das Beste vom Rest aufgelistet.

Pioneer TORAIZ SP-16

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Auf dem Pioneer Stand gab es einen Prototypen zum anfingern, der zu 80% funktionsfähig war. Mein erster Eindruck seit der Pressemeldung hat sich beim TORAIZ auf der Messe bestätigt. Die Verarbeitung und die einfache Bedienung überzeugen. Das Dave Smith Filter klingt top und die Editierungsebene der Samples ist übersichtlich gehalten. Der Touchscreen reagiert gut und sofern er mal verschmiert sein sollte, ist das ganze auch druckempfindlich. Ich bin gespannt, wo ich den ersten TORAIZ im Einsatz sehen werde und welche Loopmaster Samples bis zum erbrechen abgefeuert werden. Der merkwürdige Name ist übrigens irgend etwas japanisches, dass die Verbindung zwischen DJing, Producing und was auch immer beschreibt. Vielleicht hat man mich damit aber auch nur auf den Arm genommen 😀

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Omnitronic ARM-65 – Monitorbox

Monitorboxen gibt es wie Sand am Meer. Und immer wieder versuchen Hersteller, die im Recordingbereich nicht etabliert sind dorthin einen Ausflug zu wagen mit der Begründung, man müsse ja das Sortiment abrunden. Und so habe ich beim checken des TRM-202MK2  die noch relativ frische Omnitronic ARM-65 bei Steinigke entdeckt, die mich mit einem sauberen Wumms überraschte. Ob dieser 60 Watt starke 2-Wege Studiomonitor mit Bändchenhochtöner wirklich etwas  taugt sollte man am besten in einem Vregleichstest mit einer etablierten Box prüfen. Die ARM-65 liegt mit einem Straßenpreis von 259.- Euro etwas unterhalb der Adam F7. Delamar scheint die Omnitronic ARM-65 schon getestet zu haben.

Sennheiser AMBEO

sennheiser_ambeo

Sennheiser arbeitet zur Zeit an einem Plugin, mit dem man die Klangeigenschaften eines ausgewählten Clubs nachstellen kann. Damit soll man angeblich schon vor dem Gig testen können, wie das eigene Set oder ein bestimmter Track in dem besagten Club klingen wird, sowohl mit, als auch ohne Publikum und an verschiedenen Punkten im Club. Auf der DJCon, zwischen Halle 5 und 6, gab es dazu eine kleine Hörstation mit einem DJ, der das Signal über die oben gezeigte App auf einen Kopfhörer schickte. In der App konnte man dann zwischen dem Klang drei verschiedener Clubs wählen. In der Praxis habe ich auf einem iPad rumgetippt und konnte drei verschiedene Reverbs auf dem Kopfhörer wahrnehmen. Ich bin mir immer noch nicht sicher, was ich davon halten soll, da ich zwar die Situation kenne, wenn ein Track im Club nicht wie erwartet klingt. Aber was wäre dann die Konsequenz daraus? Lasse ich den Track dann aus dem Set oder fange ich sogar an ihn neu zu Mastern für diesen einen Abend? Und wenn ich das dann für jeden Gig mache, wie viel Mehrarbeit werde ich mir dann machen, um in allen Clubs, in denen ich spielen werde, klanglich optimiert aufzutreten? Und wie groß ist eigentlich die Zielgruppe für dieses Produkt? Oder kann ich mir demnächst Spotify im Berghain Style anhören und brauch dann gar nicht mehr in den Club zu gehen, weil ich mir den Hall live ins Wohnzimmer holen kann? Andreas von einfachauflegen.de hat ein paar Antworten in diesem Video gesammelt:

Monster Go DJ Plus

Was früher mal unter dem Namen Pocket DJ von JD Sound stand, ist seit einer Weile unter dem Brand Monster als GoDJ untergekommen. Die Firma, die in Europa für Audiokabel und damals noch für die Dr. Dre Kopfhörer bekannt geworden ist, scheint sich das ursprünglich koreanische Produkt einverleibt zuhaben. Ich hatte damals den Pocket DJ schon in den Fingern gehabt, als man noch einen Vertrieb dafür gesucht hatte. Die Qualität der Soft- und Hardware hatte zu diesem Zeitpunkt schon Potential und unterschied sich deutlich von anderer asiatischer Massenware. Mit GoDJ Plus soll in ca. 3 Monaten eine Konsole an den Start gehen, die gleich ein Speakersystem verbaut hat und Cue-Punkt-Tasten besitzt. Welche Aussichten der Hersteller sich bei einem Preis von 600.- US Dollar (ca. 531, Euro) in Zeiten von iPhone und iPad mit einem solchen Produkt verspricht, kann ich nicht nachvollziehen. Es ist dann doch schon ein kostspieliges Gadget.

Zur Herstellerseite

Magma CTRL Cases

Auch im Zubehörbereich gab es ein paar News. So stellte Magma neue Hardschaum-Cases für Controller Keyboards mit einer 49er Tastatur, den neuen Denon MCX8000 Controller und dem Pioneer DJM-S9, vor.

Zur Magma-Bags Website

Fluid Audio FPX7 Monitorbox

Fluid_FPX7

Die vom ehemaligen M-Audio Entwickler ins Leben gerufene Marke Fluid Audio, stellte auf der Musikmesse 2016, auf dem Stand von Hyperactive, die neue FPX7 Box vor (im Bild links). Das besondere an diesem 2-Wege Monitor ist der koaxiale Bändchenhochtöner, der angeblich durch seine Positionierung weniger zeitliche Differenzen zwischen Hoch- und Tieftöner bringen soll.  Das Prinzip dieser Positionierung ist von der Manley ML10 abgeschaut. Praktisch ist auch hier der frontseitig angebrachte Lautstärkenfader. Mit einer Ausgangsleistung von 90 Watt auf dem Tieftöner geht die Fluid FPX7 pro Stück für ca. 479.- Euro über die Ladentheke. Mehr Infos gibt es hier.

Neue Decksaver-Modelle

Decksaver_Rane_MP2015

Auf dem Stand von Pro Audio Technik stellte Decksaver die neuen Schutzhüllen für die neuen Pioneer Geräte (DJM-900NXS und CDJ-2000NXS2) und den Rane MP2015 vor. Dadurch das der Rane MP2015 handgefertigt wird, kann es an den Seitenteilen zu unterschiedlichen Abständen kommen. Die Decksaverschale für den MP2015 hat deswegen eine seitliche Größenanpassung mit Stellschrauben. Die Decksaver Abdeckungen schützen das Equipment nicht nur vor Staub, sondern auch Flüssigkeiten. Die Kunststoffschalen gibt es mittlerweile für viele Geräte und werden sogar international in Clubs eingesetzt. Decksaver gibt es auch für Equipment aus dem Recording und Eventbereich.

Mehr Infos gibt es hier und hier.

Hast Du noch etwas auf der Musikmesse entdeckt, dass wir verpeilt haben oder vermisst Du etwas? Dann schreibe uns einen entsprechenden Kommentar!


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