Es ist schon eine Weile her, dass das letzte Update von Traktor Pro raus kam und die User warten immer noch auf den großen Sprung auf Version 3.0. Nun kündigte NI auf Facebook eine Traktor Pro 2.11.0 Beta Version an, in der Ableton Link und ein Stepsequenzer in den Remixdecks verbaut ist.

Ich hatte mich schon gewundert, dass in letzter Zeit ein paar Videos online gingen, in denen NI Hardware auf Ableton Live gemappt wurde. Die zwei Berliner Softwareschmieden waren in der Vergangenheit nicht besonders aktiv gewesen, was Kooperationen anging, doch mit Ableton Link scheint man sich hier wohl ein wenig näher gekommen zu sein.

Nur noch mal zur Erinnerung: Ableton Link ist eine W-LAN Schnittstelle, über die sich Musikanwendungen kabellos in Tempo und Beatphase synchronisieren lassen. Andere Softwares wie z.B. Mixvibes oder Serato DJ haben dieses Feature ebenfalls seit kurzem verbaut.

Ableton Link wird in Traktor als einfache Taste, links oben im Header angezeigt. Durch aktivieren der Schaltfläche wird automatisch eine Verbindung zu weiteren Link-Geräten gesucht und die Master Clock (BPM gesendet). Eine Master-Slave Funktion gibt es unter Ableton Link nicht. Lediglich BPM und Beatphase werden übertragen. Da Traktor nur zum nächstgelegenen Beat synchronisieren kann, muss man sich leider manuell am Phasenmeter orientieren, um im Sync zu starten.

link_setup

Traktor Pro – Remixlive – Serato DJ über Ableton Link verbunden

Ableton Link

Aus Neugier habe ich Traktor Pro mit der Mixvibes Remixlive App und Serato DJ über Ableton Link verbunden. Das Ergebnis war im Bezug auf Traktor Pro leider nicht ganz so tight, wie man es sich gewünscht hätte. Leider musste man immer etwas nachjustieren, damit es richtig synchron lief. Das war aber lediglich ein Kurztest und ich denke, dass hier nach ein wenig Verbesserungsarbeit bestimmt etwas nützliches rauskommen kann. Der Eindruck, den Ableton Link hinterlässt ist aber uneingeschränkt positiv, da es doch eine plattformübergreifende Horizonterweiterung ist, die einem neue Möglichkeiten ohne zusätzliche Hardware und Verkabelungsstress eröffnet. Und da einige User bis heute auf die Verbindung zwischen Traktor und Maschine warten…

Remixdecks Stepsequenzer

Den neuen Stepsequenzer kann man leider in der Softwareoberfläche nicht sehen. Er wird leider für den User nur auf den NI Controllern F1, S5, S8 und D2 sichtbar. Ich hatte den Stepsquenzer kurz an einem F1 getestet, bei dem man die Steps über die 16 Pads laufen sieht. Die Aktivierung erfolgt über die Tastenkombi Shift+Browse. Start und Stop des Sequenzers erfolgt dann ebenfalls über die Browse-Taste. Der Sequenzer läßt sich von 1 bis auf 16 Steps einstellen und spielt die geladenen Samples aus den Remixdeck Slots ab. Dabei können die Lautstärken der einzelnen Steps nicht eingestellt werden. Die Synchronisierung mit einem normalen Trackdeck funktionierte recht gut.

f1_stepsequenzer

Weitere Punkte zum aktuellen Status des Stepsequenzers:

  • Die Einstellungen des Stepsequenzers können nicht in einem Remixset gespeichert werden. Die belegten Steps und andere Parameter gehen nach Neustart verloren.
  • Das Abspielen einzelner Slots ist manchmal etwas buggy und funktioniert nicht.
  • Man kann auch andere MIDI-Controller über den Controller-Manager mappen.

tp_sequenzer_mapping

Weitere Features in Traktor Pro 2.11.0 laut DJWORX:

  • Pioneer CDJ-2000 NXS2 HID Integration
  • Pioneer DJM-900 NXS2 Scratch Zertifikation
  • Allen & Heath PX5 Zertifikaten für Traktor Scratch

Quelle: DJWORX

Fazit

Traktor Pro 2.11 ist zwar noch in der Beta, aber die neuen Features erweitern die Software mit einem Riesen Sprung in Richtung Live-Performance. Wohl gesagt, es ist noch eine Beta-Version, also Finger weg vom Versuch das jetzt schon Live einzusetzen. Alles in Allem bringt die Link-Schnittstelle und der Stepsequenzer aber eine Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten, die den Traktor Usern nach all dem langen Warten doch noch ein wenig Hoffnung beschert. Ich bin gespannt wie NI nun in den Folgeschritten diese Features und deren Umgebung weiter ausbaut bzw. einen Feinschliff verpasst. Und dass NI sich jetzt doch wieder öffnet, um anderen Hardwareherstellern Zertifizierungen auszuschreiben finde ich sehr gut.


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