Mixar MXR-2 Test

Test: Mixars MXR-2 – Eine Low Budget Alternative zum Pioneer DJM-S9?

Der MXR-2 von Mixars kostet etwas über 300 Euro. Neben zwei Kanälen und bordeigenen Effekten besitzt der kompakte Mixer eine interne Soundkarte. Eigentlich gute Voraussetzungen für den Einsatz mit einer DJ-Software. Ist er gar eine preiswerte Alternative zum DJM S9?

Mixars ist eine recht junge Marke für DJ-Equipment. Weit bekannter ist die dahinterstehende RCF-Group aus Italien. Genauer gesagt deren Brand dBTechnologies,  beliebt, wenn es um (mobile) Beschallungsanlagen geht. Unter dem Label Mixars erschienen in den letzten Monaten neben anderen Gerätschaften zwei Plattenspieler und vier Mixer.

Die Mixer von Mixars

Mixars Mixer

Ein Quartett zu moderaten Preisen. Der Mixars CUT ist ein Battlemixer mit Innofader, der sich auf das Wesentliche konzentriert. Der Mixars DUO kommt ebenfalls mit einem Innofader, dazu mit Serato DJ enabled. Das bedeutet, die bekannte DJ-Software sowie die DVS-Lizenz gehört bereits zum Lieferumfang. Der DUO darf durchaus als Mixars Antwort auf den DJM S9 von Pioneer verstanden werden. Beim MXR-4 handelt es sich um einen Clubmixer mit vier Kanälen, Audio-Interface sowie Effekten. Und dann ist da noch der zweikanalige MXR-2, um den es im Folgenden gehen soll.

Der Mixars MXR-2 im Test

Mit einem Verkaufspreis von derzeit 339 Euro liegt der Mixars MXR-2 im Einsteigersegment. Im Vergleich zu anderen Mixern dieser Preislage punktet der MXR-2 mit der Kombination aus eingebauter Soundkarte und bordeigenen Effekten.  Rein optisch sind gewisse Ähnlichkeiten zum DJM-450 von Pioneer erkennbar, dieser ist jedoch fast doppelt so teuer.mxr2-test-view-wz-impDer Aufbau des MXR-2 ist klassisch gehalten. Auf 22 x 30 cm Grundfläche sind alle Bedienelemente übersichtlich untergebracht. Durch dieses Layout – Stichwort intuitiv – ist man sofort mit dem MXR-2 vertraut. Das Gehäuse ist aus Metal und wirkt absolut solide.

Jeder der beiden Kanäle verfügt über einen 45mm Dual-Rail Fader. Ein 3-Band EQ arbeitet mit einer Anhebung von +12dB und einer Absenkung von -26dB. Im Manual wird die Bezeichnung “Kill-EQ” genutzt, ich würde sagen es kommt dem nahe. Bei komplett runtergeregeltem EQ ist noch immer dezent Sound zu vernehmen. Also: No Killing!

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Jeder Kanalzug wird mit einem Gain-Regler sowie einem Wahlschalter für die Eingangsquelle (Phono, Line, USB) vervollständigt. Die Kappen der Fader und Regler sitzen fest, die Fader laufen angenehm leicht. Die Poti-Kappen sind etwas größer ausgeführt, was ich als passionierter Ecler-User super finde. Ein kleiner Taster unter dem EQ aktiviert die Vorhörfunktion für den jeweiligen Kanal. Der scheint federnd gelagert, jedenfalls fühlt es sich so – und damit etwas gewöhnungbedürftig – an.

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Zwischen den Kanälen findet sich eine kleine Sektion, die den Crossfader betrifft. Neben “Thru” (= OFF) sind zwei Crossfaderkurven wählbar, zudem kann in “Reverse” geschalten werden. Der Crossfader selbst ist ebenfalls ein 45mm Dual-Rail Fader. Er ist austauschbar, die Verwendung eines Innofaders ist mit dem MXR-2 optional möglich.

Drei LED-Levelmeter mit 10 Segmenten geben Auskunft über den gefahrenen Pegel der Kanäle und des Masters. Auf sieben blaue LEDs folgen drei rote, was dann der Bereich oberhalb 0dB ist. Konsequent!

Plus Eins

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Über einen zusätzlichen “halben Kanal” kann ein Mikrofon oder eine Aux-Quelle zugespielt werden. Der Eingang für das Mikro ist als 6,3mm Klinke ausgelegt und er findet sich an der Frontseite des Mixers. Der AUX-Anschluss erfolgt via Cinch an der Rückseite. Neben einem Levelregler verfügt der Mic/AUX-Kanal über eine 2-Band Klangreglung (Hi / Low).

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Auf der rechten Seite der Oberfläche des MXR-2 ist der Regler für das Mastervolumen positioniert. Ein dedizierter Booth-Regler ist nicht vorhanden. In Sachen Kopfhörer gibt es die übliche Kombination: Ein Regler für die Lautstärke und einer für das Mischverhältnis zwischen Cue und Master. Der zugehörige Kopfhöreranschluss ist frontseitig verbaut. Und das doppelt: 6,3mm Klinke und 3,5mm Klinke.

Die Effekte

Der interne DSP-Prozessor bietet sieben Effekte an. Im Einzelnen sind das: Flanger, Stereo Pitch Shifter, HPF, LPF, Sub Synth, Auto Gate und Vocoder.  Dank automatischer BPM-Erkennung oder wahlweisem manuellen Tap lassen sich die Effekte beatsynchron einsetzen – allerdings immer nur einer und das nur auf das Mastersignal. Eine Effektzuweisung auf einzelne Kanäle oder das Mikrofon ist nicht vorgesehen.

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Mit vier Buttons und zwei Drehreglern sind die Bedienelemente der Effektsektion spartanisch gehalten. In Anbetracht der Zielgruppe (Einsteiger) kann das für die Praxis durchaus hilfreich sein.

Der gewünschte Effekt wird durch Drücken einer FX/SEL-Taste angewählt. Anschließend wird er per FX/ON eingeschalten und über einen Dry / Wet Regler dem Mastersignal zugemischt. Ein Encoder erlaubt es einen Parameter des aktiven Effekts zu ändern. Je nach Auswahl kann es sich bei diesem Parameter um eine Frequenz, Rate Speed, Shift oder Pitch handeln.

Ein kleines Display gibt Auskunft über den ermittelten BPM-Wert oder den Status eines Parameters. Auch der ausgewählte Effekt und ob dieser synchron zum BPM-Wert läuft wird hier angezeigt.

Rein und Raus

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Pro Kanal warten zwei Cinch-Paare auf Anschluss. Im Normalfall ist das Line und Phono. Beim MXR-2 können die Phono-Eingänge aber bei Bedarf zusätzlich auf Line geschalten werden.  Im Ernstfall lassen sich so z.B. vier CD-Player nutzen. Der Ausgang ist einmal symmetrisch, auf 6,3mm Klinke, verfügbar oder unsymmetrisch auf Cinch. Zudem ist für Aufnahmen von Mixen ein Record Out vorhanden. Die Verbindung zu einem Rechner wird über einen USB-Anschluss hergestellt.

Der MXR-2 als “preiswerte DJM-S9 Alternative”

Das Manual behauptet, dass der MXR-2 sich perfekt ein ein Digitales Vinylsystem (DVS) integrieren läßt.  Eigentlich ist der DUO Mixars preiswerte Alternative zum Pioneer DJM-s9 oder dem Rane 62. Ich möchte aber testen, ob sich mit noch weniger Budget ein DVS konfigurieren lässt.

Sowohl Traktor als auch Serato fallen für meinen Versuch raus. Beide benötigen für eine Steuerung mit Timecode-Vinyl zertifizierte Hardware. Das bietet der MXR-2 nicht. Aber er hat eine eingebaute 24bit / 48kHz Soundkarte und es gibt Mixxx. Diese DJ-Software arbeitet mit jedem Audio-Interface, sie unterstützt verschiedene Steuermedien und sie ist kostenlos.

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Nach der Installation eines Treibers (unter Windows, Mac wird ab El Capitan plug´n play unterstützt) wird der MXR-2 als 4In/8Out Soundkarte (RR48) in Mixxx angezeigt. Um ein MP3 in der Software mit Vinyl zu steuern, braucht es nur noch drei Schritte:

  1. Zuweisung der Ein- und Ausgangskanäle
  2. Auswahl des Steuermediums (bei mir Serato Vinyl)
  3. Vinylsteuerung in den Decks aktivieren

Soweit läuft alles prima, das Timecodesignal liegt in Mixxx an. Leider liegt es auch auf dem Kanal des Mixers an und offenbart ein Problem. Damit der Sound aus der Software auf dem Mixer ausgespielt wird, muss ich natürlich den Kanal auf “USB” umschalten. Logisch! Sobald ich das aber tue, wird mein Timecodesignal gekappt. Nicht so logisch! Die 4In/8Out Soundkarte entpuppt sich quasi als 4In ODER 8Out Soundkarte. Schade, denn damit ist mein Versuch einen Low Budget DJM-S9″ nachzubauen gescheitert. Ohne Aufschrauben und Löten wird das nix.

DJing mit MXR-2 und MIXXXmxr-mixxx-test2-wz-imp

Bleibt natürlich die Option den MXR-2 als externen Mixer für eine DJ-Software wie Traktor, Virtual DJ oder eben Mixxx zu nutzen. Das lässt sich auch ohne weitere Verkabelung realisieren. Einfach in den Optionen der Software die entsprechenden Ausgänge zuweisen und schon werden die Decks auf dem Mixer ausgespielt. Nun kann man den Sound aus der Software mischen und auch die Effekte des MXR-2 zur Anwendung bringen. Idealerweise steuert man die Software mit einem Controller wie z.B. dem Akai AFX.

Natürlich lässt sich auch nur ein Kanal des Mixers aus der Software beschicken und der zweite mit einem externem Signal, von einer Schallplatte oder einem Mediaplayer. Dafür muss man lediglich den Eingangswahlschalter entsprechend umstellen.

MXR-2 und DJing mit Ableton Livemxr-al-test1-imp

“Auflegen mit Ableton” ist ein beliebtes Thema bei Einsteigern. Der größte Unterschied zu regulärer, deckbezogener DJ-Software: es wird nach einem Mastertempo synchronisiert. Mit seiner Soundkarte eignet sich der MXR-2 für das Einsatzgebiet “DJing mit Ableton Live”.

Testweise konfiguriere ich die Kanäle der Mixars-Soundkarte in den Audio-Optionen von Ableton. Anschließend lege ich in der Sessionansicht von Live zwei “virtuelle Decks / Kanäle” an und weise diesen als externen Ausgang die beiden Kanäle des MXR-2 zu.  Als nächstes lade ich durch einfaches Drag`n Drop zwei Tracks in die Clipmatrix von Ableton Live. Nach etwas Finetuning, wie Startpunkt festlegen,  warpen oder umbenennen, lassen sich die Tracks nun mischen. Und das extern, über den Mixars MXR-2. Test bestanden. Auch hier bietet sich die Steuerung durch einen Controller an. Der Klassiker ist z.B. das Novation Launchpad.

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Ähnlich wie in dem vorangegagenem Beispiel mit Mixxx lässt sich der MXR-2 auch mit Ableton im “Hybridmodus” betreiben. In dem Fall kann ich in der Sessionansicht von Live beliebig viele Spuren anlegen. Diese route ich allesamt auf einen “virtuellen Masterkanal”, der auf einem Kanal meines Mixers ankommt. Den zweiten Kanal des MXR-2 kann ich nun beispielsweise für die Einbindung eines Plattenspielers nutzen.

Fazit

Der Mixars MRX-2 ist ein kompakter Mixer mit einem guten Preis / Leistungsverhältnis. Für überschaubares Geld bietet der kleine Clubmischer alle notwendigen Funktionen plus Effekte und ein Audio-Interface. Damit ist der MXR-2 nicht nur zum klassischen Auflegen mit Plattenspieler / CD-Player geeignet, sondern auch zum Einsatz mit einer DJ-Software. Wie sich gezeigt hat, gilt das leider nicht für die Verwendung mit einem DVS. Von den in einer Software angezeigten acht Ausgangskanälen der Soundkarte ist leider auch nur die Hälfte aktiv. Der Rest endet ungenutzt auf der Platine, warum auch immer. Insgesamt ist der getestete MXR-2 ein solider Einstieg der neuen Marke Mixars. Es bleibt aber besonders beim Audio-Interface noch Potential für Steigerungen. Kurz gesagt: “Kombination aus DJ-Mixer, Soundkarte und Effekten für kleines Budget – ideal für Einsteiger”.

 

Mixars MXR-2

Euro339
Mixars MXR-2
8

Haptik

8/10

    Technik

    7/10

      PREIS/LEISTUNG

      9/10

        Pro

        • Interne Effekte
        • Interne Soundkarte

        Contra

        • Kein DVS möglich

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