KADO

KADO – Neue Musik für DJ-Sets finden

Der Plattenladen als zentrale Anlaufstelle für DJs hat in vielen Städten leider die Pforten geschlossen. Wie findet man nun gute Musik inmitten der Flut an digitalen Veröffentlichungen? Bange Fragen Ende 2016. Der neue Service KADO verspricht Hilfe.

 

Hell ya, ich habs gelesen. In England hat Vinyl gerade den Erlös durch digitale Verkäufe überflügelt. Klingt super, dürfte aber unter anderem damit zu tun haben, dass nun verstärkt gestreamt wird. Auch bei DJ-Programmen wie Serato oder Rekordbox gibt es inzwischen eine Streaming-Option. Das bedeutet Zugriff auf Millionen von Titel, ein unerschöpfliches Reservoir an Musik. Fragt sich nur, wie man die Perlen im Schlamm findet. Denn das Vorsortieren und Kuratieren war immer die Aufgabe, welche ein guter Plattendealer übernommen hat. Der Mann hinterm Tresen hatte die Empfehlungen und für treue Kunden sogar ein Stammfach mit persönlichen Neuheiten-Tipps. Eine digitale Entsprechung fehlt noch und hier kommt KADO ins Spiel.

Was ist KADO?

KADO ist eine App, die DJs dabei helfen soll neue Musik für ihren DJ-Mix zu finden. Das Programm erfordert die Installation auf einem Rechner. Aktuell wird nur Mac OSx unterstützt.

Ausgehend von einem beliebigen Song, den man KADO als Referenz vorgibt, schlägt KADO dazu passende Titel vor. Dabei basiert der Vorschlag auf einer Datenbank mit tausenden DJ-Mixen. Kurz gesagt: KADO erkennt einen Song, ermittelt in welchen Sets dieser Song noch gespielt wurde und bringt die Tracks als Vorschlag, die in diesen Sets davor oder danach liefen. Noch kürzer und leicht ironisch: Mit KADO spart man sich das stressige Hören von DJ-Mixen.

Wie funktioniert das in der Praxis?

kado-suchergebnisse

KADO greift auf eine Datenbank von 200.000 DJ-Sets zurück. Ausgehend vom eigenen Referenztrack schwankt die Zahl der Suchergebnisse und somit auch die der Vorschläge. Ein populärer Track findet sich naturgemäß in mehr Mixen wieder, als eine Nummer aus dem Dronen-Randgebiet. Das von mir testweise eingegebene “Chapinero” von Thornatoeine grandiose Global Bass / Moombahton / Twerk Nummer – erzielt immerhin zehn Treffer der KADO-Datenbank. Die Ergebnisse der Suche lassen sich nach Key oder Tempo sortieren. Das mutet, da wir ja über DJ-Mixe reden, seltsam an, hat aber den Hintergrund, dass nicht nur Tracks angezeigt werden, die in anderen Sets unmittelbar vor oder nach dem gesuchten Song liefen. Es gibt auch noch die Rubrik “… plays this in the same set”.

kado-ergebniss-kaufen

Gefällt ein Track, kann man diesen in einem Crate zwischenlagern oder – sofern bei Beatport und Juno verfügbar – direkt kaufen. Und man kann einen neuen Track als Ausgangsposition für eine weitere Suche nutzen. Last but not least ergibt auch der Klick auf Tags wie Song, Artist, Label oder den DJ, der den favorisierten Mix erschaffen hat, neue Möglichkeiten Musik zu entdecken.

Kosten und Fazit

Ich höre gern DJ-Mixe und finde darüber Inspiration. KADO ist eine Art Zeitraffer für diesen Vorgang. Ähnlich wie DJ-Charts oder Playlisten ist KADO ein Mittel, um mal schnell zu checken, was bei favorisierten DJs so geht. Da kann man durchaus fündig werden, spricht absolut nichts dagegen. Prädikat: hilfreich. Zum Einstieg ist (das derzeit in Betaphase laufende) KADO für 30  Tage kostenfrei. Danach sind pro Monat 10 Dollar fällig. Diese Pauschale liegt im Bereich von Streamingdiensten wie Spotify, Pulselocker oder Apple-Music. Eventuell denkt KADO noch mal über alternative Zahlungsmodelle nach. Zum Beispiel: 10 Abfragen = 1 Dollar. Das könnte mich dann eher überzeugen. So höre ich weiterhin DJ-Mixe.

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