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Musikmesse 2017 – Denon DJ, Numark und P(L)AY differently

Viel gab es wahrlich nicht zu sehen auf der diesjährigen Musikmesse in Frankfurt. Die meisten News im DJ-Bereich wurden bereits zur NAMM-Show rausgehauen. Dennoch konnte man im Bereich der DJCon, die vom Berufsverband Discjockey (BVD) organisiert wurde, ein paar der NAMM-News anfassen.

Denon DJ SC5000

SC5000_screen

Der von Denon DJ vorgestellte Mediaplayer ist zwar softwareseitig noch nicht ganz fertig, doch das was auf der DJCon antestbar war, war schon vielversprechend. Schon die Haptik des SC5000 verspricht einen Verarbeitung auf hohem Niveau. Dazu kommt, dass alle Bedienelemente sehr übersichtlich angeordnet sind. Dabei nimmt einem das große Touchdisplay einiges an Funktionen ab. Neben der Fähigkeit gleichzeitig 2 Decks zu steuern, kann man dem SC5000 sogar den Stecker ziehen und er spielt für ganze 10 Sekunden weiter. Wir freuen uns jetzt schon auf ein erstes Testexemplar.

 

Lieferzeit ist nach aktuellem Stand voraussichtlich Ende Mai 2017. Ganz so sicher ist das aber noch nicht.

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Numark NS6 II

numark_ns6II_total

Der NS6 geht in die zweite Runde. Wie bei den aktuellen Denon DJ Controllern ist auch hier die Verarbeitung auf einem hohen Niveau. Der NS6 II stand zwar noch nicht antestbereit im Hinterzimmer der DJCon, aber alles deutet darauf hin, dass man hier einen Nachfolger auf dem gleichen Level erwarten kann, der eine gute Mischung aus NV2, Mixtrack Platinum und dem alten NS6 ist. Mit Doppel USB und 2 Mic Eingängen versucht man hier, ähnlich wie beim MC7000, mehrere Fliegen mit einer Klappen schlagen zu wollen. Funktional finde ich hier auch EQ- und Filterpoti Kappen, welche berührungsempfindlich sind und mit denen man zusätzliche Parameter ansteuern kann. So wie man es vom NS7 her kennt. Und laut Stefan Braun aka DJ STB (Verkäufer in der DJ-Abteilung beim Musicstore, Köln), wird der NS6 II ein heißer Kandidat im Preisleistungsrennen der Serato Controller.

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Numark NTX1000

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Ebenfalls im Hinterkämmerchen der DJCon, war der neue Numark NTX1000 zu sehen. Auf den ersten Blick ein solider DJ-Plattenspieler mit USB-Anschluss. Der Plattenteller ist innen gummiert und der Tonarm ähnelt dem des Denon DJ VL12 Prime (Yahorng). Leider konnte man den Numark NTX1000 nicht wirklich testen. Er ist aber auf jeden Fall auf dem Feature Level eines Reloop Rp-7000 oder Audio-Technica AT-LP1240USB (Hanpin).

  • Drehmoment 4 Kg/cm
  • 2 Geschwindigkeiten (33,45)
  • Pitchrange 8,16,50 (%)
  • Start/Break Regler
  • Staubschutzdeckel inkl.
  • Line/Phono Ausgang

Preis: ca. 475.- Euro

Lieferzeit: 3. Quartal 2017

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PLAY differently Model 1

Model1_site

Seit meinem Wechsel zu Audio-Technica Deutschland bin ich als Produktspezialist für Allen & Heath unterwegs. Auf der Pro Light & Sound war ich deswegen am Allen & Heath Stand tätig und konnte mir dort von Alex Zinn (Produktmanager PLAY differently) den Model 1 Mixer genauer erklären lassen, da ich ihn vorher auch nur einmal kurz gesehen hatte. Nachdem ich damit ein wenig rumspielen konnte, muss ich zugeben, dass dieser Mixer seine Reize hat (abgesehen vom Preis).

Die auf den ersten Blick etwas befremdliche semiparametrische EQ-Steuerung lässt es zu, in Kombination mit HPF und LPF pro Kanal, viel detaillierter ins Frequenzband einzugreifen. Das ist, zugegeben, definitiv kein Feature für die breite Masse. Wer sich aber im Mix schon mal geärgert hat, dass er  beim rausdrehen eines EQ-Bandes mehr rausgenommen hat, als er eigentlich wollte, der wird wissen wovon ich rede. Und genau hier setzt der Vorteil dieses EQs ein, der zwischen 70Hz und 7 KHz mit einem Band anhebt oder absenkt. Abgesehen davon, dass man diesen Mixer ständig im roten Bereich fahren kann (Die LED Volumemeter sind hauptsächlich rot und der Peak ist weiß), gibt es mit dem kleinen unscheinbaren Drive Drehregler, der sich oberhalb der EQ-Reihe im Kanalzug befindet, mein persönliches Highlight. Mit diesem Overdrive kann man den Sound noch ein wenig aufpumpen und sättigen. Vom Feeling her ist das etwa so wie ein Röhrenverstärker, der dem ganzen mehr Leben einhaucht und der beim überdrehen in Distortion endet. In meinen Ohren ist das zumindest der “Make-Nice” Button, den man sich manchmal im Studio wünscht, bei dem sogar meine schrottigen Drum and Bass MP3s vom USB-Stick fetter klangen.

Laut Alex wurde der Model 1 zwar im Werk von Allen & Heath gebaut, jedoch sind die Komponenten extra selektiert worden. Fader extra aus einem Werk in Japan…Bla Bla Bla. Von der Konstruktion her, sollen alle Signalwege symmetrisch sein, d.h. es soll keine Nebengeräusche auf jeglichen Knöpfen, Schaltern oder Fadern geben. Klingt wie ein digitales Feature in einem komplett analogen Mixer.

Die Zielgruppe des Ritchie Hawtin Mixers dürfte auf jeden Fall sehr speziell sein. DJs mit Recordingerfahrung werden es einfacher haben sich zurecht zu finden.  Ich sehe den Mixer vor allem im Live Betrieb, wenn man mit mehreren Spuren den Track erst auf der Bühne zusammen schustert. Und da das Ding keinen Crossfader hat, ist klar, welche Genres er definitiv nicht bedient. Was sich auf der Messe leider nur bedingt checken lies, war der Sound. Hierzu würde ich ihn am liebsten im Studio neben einen Rane MP2015 stellen und dann “gib ihm”…

 

Pay differently: Ca. 3500.- Euro

Lieferzeit: In Deutschland voraussichtlich Sommer 2017 bei selektierten Händlern oder auf playdifferently.org

Weitere Features zum Model 1 gibt es hier.

 

Insgesamt war das auch schon alles, was mir persönlich auf der Messe ins Auge gefallen ist. Mag sein, dass hier und da vielleicht noch eine Tasche mit integriertem Lautsprecher an mir vorbei gezogen ist…