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DJ-Dahi-with-Serato-Sample

Angecheckt: Serato Sample – Sample-Slicer Plugin für deine DAW

Serato stellt mit Serato Sample ein Plugin vor, mit dem man in der Musikproduktion Samples bearbeiten kann. Dabei kann man neben der Pitch´n Time Funktion zur Tonhöhenanpassung Samples in Slices zerlegen und diese wiederum einzeln triggern. Und damit das ganze für den schneller Beatbauer auch Spaß macht, lassen sich die Slices mit einem Klick auf die Pianorolle und dem entsprechend auch auf einen MIDI-Controller legen.

Features

  • Einzigartiges Time-Stretching powered by Pitch ‘n Time
  • Präzise Tonart-Analyse und Tonhöhenanpassung
  • Finde die besten Samples: Serato Sample ermöglicht mit einem Klick 16 Slices.
  • Sample Slices einzeln bearbeiten in: Tonhöhe, BPM, Lautstärke und mehr…
  • Keyboard Modus: Leg dir ein Sample auf die Pianorolle und spiel es wie einen Synth.
  • Mono/Poly Playback: Trigger Cue-Punkte monophonisch wie in Serato DJ oder nutze die polyphonische Wiedergabe um Chords und Drum Patterns zu spielen.
  • Schneller Cue-Punkt Workflow: Setze und trigger Cue-Punkte wie in Serato DJ.
  • Funktioniert mit den führenden DAWs: z.B. Ableton Live, FL Studio, Logic Pro und Maschine. Serato Sample funktioniert auch in anderen DAWs, die  AU/VST Plugins unterstützen.

Serato-Sample

 

Fazit

Ich habe das Plugin mal kurz in ein bestehendes Projekt geladen, um einen Beatloop auseinander zu nehmen. Die Spielmöglichkeiten sind vielseitig ohne dass man sich zu sehr in Details verliert. Die Bedienung ist simple gehalten, so dass man eigentlich keine Bedienungsanleitung lesen muss, wenn man ein wenig Sequenzererfahrung hat. Mit Serato Sample lassen sich schnell und komfortable Samples in Stücke zerlegen und neu arrangieren. Pitch´n Time arbeitet wirklich gut. Ich kann mir vorstellen, dass sich damit neue Patterns sehr einfach in bestehende Projekte einbauen lassen.

Die Serato Sample Parameter lassen sich auch automatisieren.

Die Serato Sample Parameter lassen sich auch automatisieren.

Das Plugin ist für Beat- und Loopmaker geeignet, die sich nicht lange mit Editierungsarbeiten im Sampler aufhalten wollen. Ob Serato vielleicht irgendwann eine Brücke zu Serato DJ schlägt ist noch offen. Von mir gibt es einen klaren Daumen nach oben, weil ich mich für einen kurzen Moment wie DJ Premier vor seiner MPC gefühlt habe 😀

Nachdem Pioneer mit Rekordbox DJ langsam zum Konkurrenten für Serato wird, hatte ich mich schon gefragt, wohin die Reise für Serato gehen soll, wenn die Hardwarehersteller ihre eigene Software haben? Nun, es scheint, als bekennt man sich wieder zu seinen Wurzeln und die liegen bei Serato im Studiobereich.

Aktuell kann man Serato Sample für 30 Tage kostenlos testen. Danach kostet es 99.- US Dollar.

 

Zum Download von Serato Sample

Mehr Videos zu Serato Sample

 

Egoist - Settings

Test: Sugar Bytes Egoist iOS-App – Sample-Slicer, Synthie und Effekte

Aus der Feder der Softwareschmiede Sugar Bytes stammen viele interessante Effekte und Soundtools, die von bekannten Artists wie Boys Noize, Modeselektor oder Matthew Herbert sehr geschätzt werden. Ich habe für euch den neusten iOS-Titel „Egoist“ auf meinem iPad installiert und geschaut, was sich damit anstellen lässt.

 

Sugar Bytes ist eine Berliner Firma, die die kreativen Ideen der beiden Firmengründer Robert Fehse und Rico Baade verwirklicht und viele ihrer Produkte als Plug-ins für DAWs und zeitlich versetzt als App für iOS-Geräte veröffentlicht. Die App Egoist ist ein kombiniertes Tool, mit dem ihr Samples und Synthiesounds gemeinsam nutzen könnt, um Loops oder ganze Songs zu generieren.

 

Sugar Bytes - Egoist

Sugar Bytes – Egoist

 

Erste Rundtour

Egoist ist in unterschiedliche Arbeitsbereiche aufgeteilt, die sich durch Reiter auf der linken Seite der App erreichen lassen. Der oberste Reiter namens Slicer ist mit einer Sample-Bearbeitungsfunktion ausgestattet, die Samples zerlegen und neu zusammensetzen kann.

Egoist - Slicer

Egoist – Slicer

Der zweite Reiter Bass/Beat beherbergt einen Bass-Synthie und einen Drumcomputer.

 Egoist - Bass/Beats

Egoist – Bass/Beats

Der Reiter Effects umfasst sieben Effekte, die sich zu einer komplexen Effektschaltung kombinieren lassen und die optisch sehr witzig umgesetzt wurden.

Egoist - Efects

Egoist – Efects

Für globale Einstellungsmöglichkeiten, gibt es den Reiter Egoist. Hier hinter verbergen sich Pegeleinstellungen und globale Tuningmöglichkeiten.

Egoist - Settings

Egoist – Settings

Die App-Bedienung erfolgt anhand des iPad-Touchscreens oder ferngesteuert durch einen MIDI-Controller oder ein Sequenzer-Programm.

 

Sample-Soundschlacht

Um sich mit der Arbeitsweise der App vertraut zu machen, empfehle ich das Laden eines der mitgelieferten Samples im Reiter Slicer. Die Samples sind weitestgehend thematisch sortiert und setzen sich aus Drumloops, Chords, Bass, Gitarren und zahlreichen anderen Kategorien zusammen.

Sugar Bytes - Egoist

Egoist – Samples

Mit diesen könnt ihr die Basis für eure Musikproduktion legen oder sogar das Hauptthema definieren. Selbstverständlich lässt sich die Sampleausstattung mit eigenen Samples erweitern. Die Samples können dazu via Audiopaste aus anderen Apps eingefügt oder per iTunes von einem Computer aus in die App kopiert werden. Zudem könnt ihr auch auf ganze Songs aus der iTunes-Bibliothek des iPads zugreifen. Das geladene Sample wird mit dem Parameter Sensitivity in bis zu 16 Slices zerteilt. Die Positionen der Slices könnt ihr selbst bestimmen oder per Zufallsfunktion setzen lassen. Anhand globaler Parameter können die Tonhöhe, Länge, Hüllkurve und der maximale Pegel für die Slices bestimmt werden. Das Triggern der Slices erfolgt durch einen Stepsequenzer. Dieser verfügt über zahlreiche individuelle Parameter mit denen sich die Sample-Abschnitte in ihrer Tonhöhe, Richtung und Lautstärke bearbeiten lassen.

 

Bass & Kick

Mit den Bestandteilen des Reiters Bass/Beat könnt ihr eure Startsequenz weiter ausschmücken. Beide Instrumente werden durch Stepsequenzer gesteuert, die direkt übereinander platziert sind, sich aber individuell programmieren lassen. Der Bass-Synthie ist recht einfach gehalten und bietet neben den Wellenformen Sägezahn und Rechteck drei Filtercharakteristiken die einem Roland TB-303, einem Moog und einem Korg MS-20 nachempfunden sind. Das Filter lässt sich mit einer Hüllkurve oder einem LFO modulieren und das komplette Ausgangssignal mit Drive aufrauen.

Egoist - Bass-Synthie

Egoist – Bass-Synthie

Klanglich hat mir der Synthie ganz gut gefallen, wobei er keine wirkliche authentische Simulation eines analogen Vorbilds ist. Wenn man mit dem Stepsequenzer allerdings triolische Notenfolgen und Slides programmiert, klingt das ganze recht passabel nach einer ACID-House Bassline. Der Drumcomputer in Egoist arbeitet samplebasiert und bietet eine Auswahl von mehr als 1000 Drumsounds, die unterschiedliche Genres abdecken und durchweg gut klingen. Die Sounds lassen sich tunen und ihrer Lautstärke individuell justieren. Die Programmierung des Drumcomputers erfolgt mit einem dreispurigen Sequenzer.

 

Effekte

Der Reiter Effects beinhaltet die Komponenten Filter, Delay, Reverb, Bitcrusher, Chorus, Bandmaschine und Looper. Mit diesen könnt ihr eine Effektkette kreieren, die zentral für alle 3 Klangquellen zur Verfügung steht. Die Parameterwahl für die Effekte erfolgt durch Schieberegler, die die grafischen Effektdarstellungen beeinflussen. Diese besondere Art der Effektbedienung erleichtert auch Einsteigern das gezielte Programmieren der Effekte.

Egoist- Effekte

Egoist- Effekte

Die Effekte sind von guter Qualität und lassen sich für leichte Soundmodifikationen aber auch für komplexen Echtzeitremixe nutzen. Letzteres gelingt vor allen Dingen dank der Effektsteuerung per Stepsequenzer. Alle Stepsequenzer in Egoist und viele andere Parametereinstellungen lassen sich gezielt oder per Zufallsfunktion programmieren. Natürlich können die per „Zufall“ erzeugten Ergebnisse angepasst werden und führen oft zu unerwarteten, experimentellen Klanggebilden. Die Lautstärkeanpassungen für die drei Signalquellen Slicer, Bass und Beat und die Effektaktivierungen finden in der Kopfzeile der App statt.

 

Arrangement

Die App Egoist erlaubt das Arrangieren von Songs. Hierzu lassen sich bis zu 16 Pattern in einem Part nutzen und bis zu 6 Parts können auf der Songebene angeordnet werden. Richtig spannend und interessant wird es, wenn beim Songbasteln unterschiedliche Pattern-Umschaltgeschwindigkeiten genutzt werden und verschieden lange Stepsequenzer-Pattern.

Egoist - Arranger

Egoist – Arranger

Die generierten Ergebnisse könnt ihr auf einem Rechner mit einem Sequenzerprogramm weiterverarbeiten oder direkt in eine DJ-Software laden. Da Egoist auch Inter-App-Audio-kompatibel ist, kann eine direkte Einbindung in Apps wie Garageband oder Cubasis erfolgen.

Egoist - Inter-App Audio

Egoist – Inter-App Audio

Um komplexe Echtzeitverschaltungen in Verbindung mit anderen Apps nutzen zu können, unterstützt Egoist zudem die Schnittstelle Audiobus.

Egoist - Audiobus

Egoist – Audiobus

 

Live-Einsatz

Die App Egoist lässt sich live sehr gut verwenden. Ihr habt hierzu die Möglichkeit viele Parameter der App mit einem externen MIDI-Controller fernsteuern zu können. Die vorab notwenige Konfiguration gelingt per MIDI-Lernfunktion und ist nicht sonderlich aufwendig. Des Weiteren lassen sich auch die Pattern mit einem Keyboard umschalten.

Egoist - Live

Egoist – Live

Alternativ kann die App per MIDI-Clock-Daten synchronisiert und damit im Gleichklang mit einem Softwaresequenzer oder einer DJ-Anwendung genutzt werden.

Fazit

Ich finde die App Egoist von Sugar Bytes richtig gut, da man mit ihr spielerisch sehr kreativ arbeiten kann. Alleine das „Zerhackstücken“ eines langen Samples bringt immer wieder erstaunliche neue Ergebnisse zu Tage, die auf verschiedene Weise weiterverwendet werden können. Einen bestimmten Einsatzschwerpunkt würde ich nicht sehen, da man mit der App im Studio, aber auch live sehr gut arbeiten kann. Auf meiner Wunschliste für zukünftige Updates stehen eine Parameterautomation für den Bass-Synthesizer und eine umfangreichere Mixersektion.

 

 

Hersteller: Sugar Bytes

Bezug: App Store

Preis: 26,99 €

Getestete Version: 1.0.4

Hier geht es zum Test von AMAZONA.DE

Sugar Bytes Egoist App

Sugar Bytes Egoist App
8.6666666666667

Benutzerfreundlichkeit

9/10

    Funktionsumfang

    8/10

      Preisleistung

      9/10

        Pro

        • einfach bedienbare Kreativ-App
        • Interaktion mit anderen Apps via Inter-App Audio und Audiobus
        • MIDI-Controller Bedienung
        • MIDI-Clock Sync
        • auf der Bühne und im Studio einsetzbar

        Contra

        • Touchscreenbedienung zum Teil schwierig, da Bedienelemente zum Teil etwas klein

         

        Alternativen

         

        Korg iKaossliator

        19,99 Euro

         

        iSequence HD

        ab 13,99 Euro