Test: Groove Synthesis 3rd Wave – Polysynth mit Wavetable und FX

Test: Groove Synthesis 3rd Wave – Polysynth mit Wavetable und FX

Tests. 22. Juli 2024 | 2,0 / 5,0

Geschrieben von:
Kai Dombrowski

Das kalifornische Unternehmen Groove Synthesis feiert ein beachtliches Debüt auf dem Synthesizer-Markt und knüpft mit dem 3rd Wave an die 80er-Jahre-Kultinstrumente von Palm Products an. Komplett aus dem Nichts sind Groove Synthesis jedoch nicht aufgetaucht, arbeiteten sie zuvor bereits mit Oberheim oder Sequential zusammen. Ihre Neuerscheinung ist ein multitimbraler Hybrid-Synth mit zahlreichen Wavetables im Stile von PPG, Prophet und mehr. Hybrid heißt beim 3rd Wave, dass digitale Oszillatoren mit analogem Filter gepaart werden. Was das blaue Wunder sonst noch zu bieten hat, zeigt folgender Test. 

Quick Facts

  •   4-Part multitimbral mit 3 digitalen Oszillatoren pro Part
  •   24-stimmig Polyphon, 61 anschlagdynamische Tasten mit Aftertouch
  •   32 PPG2 8-bit Wavetables, 7 virtual analog, 500 Presets
  •   16-Slot Modulationsmatrix mit 27 Quellen und 114 Zielen pro Part
  •   2 digitale Multieffekt-Prozessoren pro Part

Verarbeitung, Haptik und Lieferumfang

Groove Synthesis 3rd Wave bringt mit stolzen 978 x 362 x 127 mm Abmessungen und stabilen 12,3 kg Gewicht reichlich Hardware auf den Testgeräte-Tisch. Das Metallgehäuse ist jedoch nicht nur riesig, sondern auch absolut einwandfrei verarbeitet und sieht dank des blauen Bedienpanels obendrein schick aus. 

Die vielen Potis und Encoder sind ebenfalls von erstklassiger Qualität, auch wenn die schlichten Plastikkappen etwas langweilig wirken. Drehwiderstand, Griffigkeit und Abstand zu umliegenden Bedienelementen sind jedoch super. Für manche Funktionen, wie Destination oder Amount von Hüllkurven und LFOs gibt es gerasterte Endlos-Encoder, die etwas leichtgängiger rotieren. 

Der aktuelle Regelstand ist bei den Encodern jedoch nur via Display abzulesen, hier wäre eine LED-Anzeige schön gewesen. Apropos Display: Auf dem ca. 100 x 50 mm Bildschirm lassen sich nicht nur aktuelle Parameter-Settings ablesen oder Menüs durchforsten, sondern auch grafische Darstellungen von Hüllkurven, Wavetables und Co. bestaunen. 

Mit den Encodern oberhalb und den Funktionstastern unter dem Screen können außerdem viele Zusatzfunktionen angesteuert werden. Die Orientierung läuft dank der guten Beschriftung und relativ flachen Menü-Strukturen 1A.

Abgesehen von den 77 Drehreglern setzen Groove Synthesis bei der Bedienung des 3rd Wave auf 39 Plastiktaster mit Hintergrundbeleuchtung. Mit ihrer starren Haptik und dem spürbaren Klick wirken sie angenehm Oldschool und dienen beispielsweise zum Wechseln zwischen den Oszillatoren, LFOs oder Hüllkurven. 

Dank der roten Beleuchtung der Taster ist stets erkennbar, was gerade ausgewählt ist. Um die umfassende Klangerzeugung des 3rd Wave auch spielerisch gebührend in Szene zu setzen, haben Groove Synthesis eine halbgewichtete FATAR-Tastatur mit 61 Tasten verbaut. 

Die Keys sind anschlagdynamisch und Aftertouch-kompatibel. Leider ist der Aftertouch nicht polyphon, was für ein Instrument dieser Preisklasse schon ein wenig ärgerlich ist. Insgesamt macht das Keyboard aber trotzdem jede Menge Spaß, weil es ziemlich präzise auch nuanciertes Spiel erfasst. 

Die physischen Pitch- und Mod-Wheels runden die Bedienelemente des 3rd Wave ab und sind genauso erstklassig verarbeitet wie der Rest des Synths. Im Gegensatz zu den Potis verfügen die Wheels jedoch über eine geriffelte Gummierung, was für mehr Grip und einen hochwertigeren Look sorgt. Im Lieferumfang des 3rd Wave befinden sich ein Kaltgerätestecker und ein ausführliches Ringbook-Manual.

3rd Wave von oben.

Anschlüsse und Utility

Die Anschlüsse auf der Rückseite bestehen vorwiegend aus 6,35mm-Klinkenbuchsen. Hier gibt es Ausgänge für Phones und vier separate Stereo-Outs, mit denen sich beispielsweise die verschiedenen Parts individuell abgreifen lassen. Hinzu kommen Klinkenbuchsen für Sustain und Volume Pedal sowie zwei Audio Ins, wobei einer von denen auch als Expression-Pedal-Anschluss genutzt werden kann. 

Letzteres kann via Mod-Matrix als Modulationsquelle verwendet werden und erkennt außerdem CV-Signale. Das MIDI Trio bestehend aus In, Out und Thru nach voll ausgewachsener fünfpol-DIN darf natürlich nicht fehlen und via USB-B Slot lässt sich der 3rd Wave mit dem Rechner verbinden. 

Der USB-Anschluss ist nicht nur als MIDI-Alternative gedacht, sondern kann zusätzlich Wavetables in Form von .wav Dateien importieren, vorausgesetzt, sie sind monophon bei 96 kHz und 16 oder 24 Bit. Wer Xfer Serum Plugins nutzt, kann dort erzeugte Wavetables ebenfalls direkt per USB auf den 3rd Wave laden. Alternativ können Wavetables auch mittels Audio In direkt in den 3rd Wave recordet werden. 

Dass Groove Synthesis ausschließlich unbalanced Outs verbaut haben, ist aufgrund der damit einhergehenden Anfälligkeit für Störgeräusche definitiv ein Kritikpunkt. Wer knapp 6000 Euro für einen Synthesizer ausgibt, sollte nicht extra eine DI-Box kaufen müssen. 

3rd Wave: Oszillatoren und Wavetables

Die Klangerzeugung des 3rd Wave basiert auf drei digitalen Wavetable-Oszillatoren mit jeweils eigenen Reglersätzen. Diese lassen sich gemäß Pitch, Finetuning, Wavetable, Offset und Level justieren, wobei die Wavetable-Parameter und Pitch per Endlos-Encoder gesteuert werden. Die Tuning Range umfasst +63 und -64 Halbtonschritte, was einem Tonumfang von C0 bis C8 entspricht. 

Mittels bipolarem Fine-Knob lässt sich der Pitch außerdem stufenlos bis zu 50 cents (=1 Halbtonschritt) rauf- oder runterstimmen, der globale Transpose-Schalter erlaubt zusätzlich, das gesamte Keyboard eine oder zwei Oktaven hoch- bzw. runterzutransponieren. 

So weit, so basic. Spannend wird es bei den Wavetables. Hier haben Groove Synthesis eine gelungene Mischung aus PPG-style 8-bit Waves, Virtual Analog Waves und 3rd Wave Custom Waves implementiert. Letztere sind mit 96 kHz deutlich höher aufgelöst und dank anti-aliasing frei von Artefakten – ein klangliches Relikt aus den 80ern, was bei den 34 PPG Waves wie beim Original noch vorhanden ist. 

Neben den 48 Custom Wavetables ist im Speicher des 3rd Wave noch Platz für 16 Custom Waves, wobei die Presets jederzeit durch eigene Wavetables ersetzt werden können, falls Platznot entstehen sollte. 

Bei den 7 Virtual Analog Waves handelt es sich um digitale Emulationen von Klassikern wie Sinus-, Dreieck-, Rechteck-, Supersaw- oder "normalen" Sägezahnwellen sowie verschiedene Noise-Varianten. Pro Wavetable gibt es 64 Waves durch die via Offset-Regler gescrollt werden kann. 

Die Virtual Analog Waves unterscheiden sich dabei vor allem in ihrer Pulsbreite, bei den Noise Tables wird so durch die verschiedenen Rauscharten geblättert.

Ein besonders gelungenes Feature ist, dass die Wavetables beim Scrollen auf dem Screen angezeigt werden. Außerdem können die Offsets per LFO, Hüllkurven und Co. oder direkt mittels dediziertem Wave Envelope moduliert werden. 

Letzterer verfügt über einen eigenen Reglersatz oberhalb der Oszillatorsektion und punktet erneut mit interaktiver Screen-Anzeige. Insgesamt gibt es zwei Wave Envelopes, die an jeweils drei Positionen vertikal via Position-Encoder und horizontal mittels Time-Knob justierbar sind. 

Klanglich ist der 3rd Wave schwer einzuordnen, weil er dank der zahlreichen Wavetables so unfassbar vielseitig ist. Der weiche und hochauflösende Charakter der Prophet-Reihe ist definitiv wiederzuerkennen, aber auch die Virtual Analog Waves machen einen hervorragenden Job, wenn es mal subtraktiv zugehen soll. 

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3rd Wave: Die Filter

Wie eingangs beschrieben, handelt es sich beim 3rd Wave um einen Hybrid-Synth, weil eines der beiden Filter komplett analog aufgebaut ist. So handelt es sich nämlich beim Lowpass Filter um ein 4-pole, 24 dB Filter im Dave-Rossum-Design mit Resonanz und eingebautem Drive. 

Beim zweiten Filter handelt es sich um ein 2-Pole, 12 dB State Variable Filter (SVF), dass stufenlos von Lowpass über Notch zu Highpass modelliert werden kann. Mittels Funktionstaster lässt sich das SVF außerdem auf Bandpass stellen, womit keine Wünsche mehr offen bleiben dürften. 

Im Signalweg sind die Filter seriell verdrahtet, wobei sich Filter 2 vor Filter 1 befindet. Beide Filter sind mit eigenen Reglern für Cutoff, Resonanz, Velocity und Envelope Amount ausgestattet. Key Tracking und Resonance Compensation gibt es im Display-Menü. 

Apropos Resonanz: Das analoge Filter ist im Vergleich zum SVF deutlich resonanzfähiger und als einziges von beiden Filtern zur Selbstoszillation in der Lage. Schade ist, dass sich die Reihenfolge der Filter nicht tauschen lässt, das würde für noch mehr Flexibilität sorgen.      

Hüllkurven und LFOs 

Abgesehen von den oben erwähnten Wave Envelopes haben Groove Synthesis dem 3rd Wave vier klassische ADSR-Hüllkurven spendiert. Zwei davon sind mit Filter und Amp "vorverdrahtet" und kommen mit jeweils eigenem Reglersatz. Hüllkurven 3 und 4 teilen sich die Potis für Attack, Decay, Sustain und Release und haben noch Extraregler für Destination, Amount und Velocity. 

Mittels benachbartem Funktionstaster wird die gewünschte Hüllkurve ausgewählt. Auch die Envelopes machen Gebrauch vom Display des 3rd Wave und zeigen die Veränderungen der Kurve in Echtzeit an, sodass man sich beim Schrauben nicht nur auf die Ohren verlassen muss – sehr cool! 

Im Miscellaneous Menü, das via Funktionstaster unterm Display erreicht werden kann, lässt sich außerdem zwischen zwei Envelope Types wählen. Zur Auswahl stehen Exponential oder PPG-Shape, wobei letztere eine maßgetreue Emulation der Hüllkurven von PPG 2.2 und 2.3 darstellt. 

Streng genommen ist auch der PPG-Typ exponentiell, aber vergleichsweise linearer und länger. Beide Envelope-Typen haben ihre Vor- und Nachteile. Noch besser wäre, wenn man pro Hüllkurve zwischen Exponential und PPG wählen könnte, Stand jetzt gilt die Einstellung automatisch für alle Envelopes des 3rd Wave. 

Die vier LFOs kommen verhältnismäßig überschaubar daher: Die verfügbaren Wellenformen sind Sinus, Dreieck, Sägezahn, Ramp, vier verschiedene Pulswellen mit variabler Pulsbreite sowie Random. Über die Reichweite des LFO Speeds gibt es keine konkreten Angaben seitens Groove Synthesis, höhere Settings können aber durchaus hörbare Frequenzen erzeugen. 

Alternativ lässt sich das Tempo auch mit Arpeggiator, Sequenzer und interner MIDI-Clock syncen. Der Amount-Regler der LFO-Sektion ist – genau wie bei den Hüllkurven und der Modmatrix – bipolar, sodass dasselbe Setting positive und negative Modulationen erzeugen kann. 

Auch das Delay-Feature ist gleichermaßen für LFOs und Envelopes verfügbar und erlaubt es, eine gewisse Verzögerung zwischen Trigger und Umsetzung der Modulation zu programmieren. Hinzu kommt LFO Retrig, womit sich der LFO-Cycle mit jeder neu gespielten Keyboard-Taste neu auslösen lässt. So können die LFOs auch als rudimentäre Hüllkurven zweckentfremdet werden. 

Im Vergleich zu den Envelopes müssen die LFOs jedoch mit deutlich weniger On-Board-Controls zufriedengeben: Hier gibt es nur einen Satz bestehend aus Rate, Amount, Shape, Destination und Delay sowie vier Funktionstaster, um zwischen den LFOs hin- und herzuschalten. 

3rd Wave: Effekte

Groove Synthesis’ 3rd Wave erlaubt es, pro Programm zwei Effekte zuzuschalten. Die Liste reicht von diversen Delay-Effekten, darunter Bucket Brigade und Tape Emulationen, über Room, Hall und Plate Reverbs bis hin zu Modulation à la Chorus, Flanger oder Phaser sowie Ring Mod, Leslie und Distortion. 

Die Time-based-Effekte lassen sich mit Arpeggiator, Sequenzer und MIDI-Clock synchronisieren, um maximale Tightness zu gewährleisten. Von ganzen Noten bis hin zu 16teln sind alle wichtigen Subdivisions vorhanden, inklusive punktierter und triolischer Varianten. Allerdings beträgt die maximale Delay-Zeit grundsätzlich 1000 ms, sodass größere Subdivisions bei niedriger Bpm nicht korrekt wiedergegeben werden können. 

In diesem Fall halbiert 3rd Wave die Delay Time, bis ein Wert unter 1000 ms erreicht wird. Sämtliche Effekte kommen mit drei einstellbaren Parametern daher, von denen zwei über die dedizierten Param-1- und Param-2-Regler gesteuert werden können. Für den Mix gibt es ein weiteres Poti, der jeweils dritte Parameter lässt sich mittels Encoder am Display regeln. Die Ausnahme bildet der Tape Delay, der auf insgesamt sechs Parameter kommt: Time und Feedback sind natürlich Standard, via Display gibt es aber auch noch Wow & Flutter, Head Align für Multitap, Rec Level und Tape Hiss. 

Erstaunlich ist, dass auch bei Programmen mit mehreren Parts zwei Effekte pro Layer ausgewählt werden können. Nur bei komplexen Patches mit drei oder vier Parts gibt es Einschränkungen, wenn diese sich einen Effekt mit Part 1 oder 2 "teilen". Falls beispielsweise Part 1 und 3 bzw. 2 und 4 in den Tape Delay geschickt werden, kann nur einer dieser Parts mit einem zweiten Effekt versehen werden. In der Praxis kommt es aber auch bei mehreren Layern selten dazu, dass man acht Effekte in einen Patch knallen will, weshalb die Integration der FX in 3rd Waves multitimbrale Struktur definitiv als gelungener Pluspunkt zu werten ist. 

Klanglich sind die vielen Effekte absolut hochwertig und durchweg brauchbar. Qualitativ können sie locker mit den Emulationen von Roland und Co. mithalten. Schade ist nur, dass Delays und Reverbs in Sachen Reverb- und Delay-Time relativ zahm gehalten sind, sodass unendliche Ambient-Wolken nur schwer umsetzbar sind. Praktisch ist, dass viele Effekte direkt mit einem Tone- oder Filter-Parameter versehen wurden, sodass auf zusätzliches EQing verzichtet werden kann. In den Miscellaneous Settings des 3rd Wave lässt sich außerdem ein Limiter zuschalten, allerdings gibt es für diesen keine justierbaren Parameter.   

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Arpeggiator und Sequencer 

Bei einem voll ausgewachsenen Keyboard-Synth wie dem 3rd Wave darf ein Arpeggiator natürlich nicht fehlen. Auch hier haben Groove Synthesis einige Hands-on-Controls spendiert, die unmittelbaren Zugriff bieten: Ein Funktionstaster zum Ein- und Ausschalten des Arps sowie drei Encoder für Tempo, Range und Mode. 

Die Abspielmodi sind Up, Down, Up+Down, Random und Assign. Letzterer spielt die Noten in der gleichen Reihenfolge, wie sie gespielt wurden, der Rest ist relativ selbsterklärend. Die Tempo-Einstellung wird in Bpm vorgenommen und reicht von 20 bis 210, die Oktav-Range beträgt maximal drei Oktaven. Dank des Hold Buttons auf der linken Seite des Synth bleiben die Hände frei, wobei via Misc-Menü zwischen zwei Hold-Typen gewählt werden kann. 

Standardmäßig werden alle gespielten Noten in denselben Arpeggio gespeist, bei der Chord-Variante macht 3rd Wave aus jedem neu gespielten Notensatz ein eigenes Arpeggio. Genau wie bei den Time-based-Effekten und Sync Settings von LFOs und Co. kennt auch der Arp alle Subdivisions von ganzen bis zu 16tel-Noten inklusive triolischer und punktierter Varianten. Was die Abspielmodi betrifft, hätten Groove Synthesis jedoch gerne mehr liefern können, wie beispielsweise Down+Up oder Optionen mit und ohne Dopplung der letzten Note von Ping-Pong-Arps. 

Der überraschend vielseitige Sequenzer des 3rd Wave tröstet über den verhältnismäßig dürftigen Arpeggiator hinweg. Hier können pro Programm bis zu 24 verschiedene Patterns abgespeichert werden, die jeweils maximal 32 Takte lang sein dürfen – wow! Die Aufnahme in den Sequenzer erfolgt ausschließlich per Realtime Recording, wobei das integrierte Metronom beim Time Keeping hilft. Aufnehmbare Automationen, optionale Quantisierung nach verschiedenen Subdivisions und ein Song Mode sind ebenfalls mit an Bord. Letzterer erlaubt das Verketten der bis zu 24 Sequenzen, um noch komplexere Arrangements zu erzeugen. 

Maximal 64 Wiederholungen pro Pattern und die Möglichkeit, den gesamten Song zu loopen, sorgen für noch mehr Spielraum. Etwas ungünstig ist, dass die Clear-All-Funktion das einzige Korrektur-Feature von 3rd Waves Sequenzer ist. Wer einen Fehler macht, muss also immer gleich alles löschen und von vorne starten. Positiv zu bemerken ist, dass auch Parameter der Effektsektion im Sequenzer automatisiert werden können, was bei vielen vergleichbaren Geräten so nicht funktioniert. Noch mehr Freude macht der Sequenzer mit Multi-Part-Programmen, beispielsweise wenn einige Parts mit Drumsounds versehen sind – 3rd Wave als erste PPG-Groovebox?

3rd Wave Alternativen

Fazit

Der 3rd Wave von Groove Synthesis ist zum Preis von fast 6000 Euro ein ziemlich teurer Synthesizer und alles andere als eine leichtfertige Anschaffung. Wer nicht zwangsläufig eine analoge Klangerzeugung haben will und Kapazitäten für ein absolutes High-end-Instrument hat, sollte den blauen Boliden aber definitiv auschecken, denn für das Geld wird einiges geboten. Allen voran ist der Sound des 3rd Wave einfach erstklassig. Egal ob fette Bässe, brillante Höhen, weiche Pads sowie kernige und kantige Synths – das große Flaggschiff von Groove Synthesis kann alles. Dank der Wavetable-Technologie und der Möglichkeiten, eigene Tables zu importieren oder Waves from Scratch zu kreieren, ist die klangliche Palette des Synths auch ziemlich unbegrenzt. Hinzu kommen zwei Multieffektprozessoren und ein unfassbar zugängliches Interface, was bei der Menge an Modulationsmöglichkeiten und Utility-Funktionen an ein Wunder grenzt. Was den 3rd Wave noch beeindruckender macht, ist die Multitimbralität, die sämtliche Funktionen des Synth inklusive Effekte in vierfacher Form ermöglicht. Egal ob gelayert oder via Splits auf das üppige Keybed verteilt, 3rd Wave ist praktisch vier Synthesizer in einem. Die hochwertige Verarbeitung des Instruments rundet das Angebot ab und stellt sicher, dass sich die Investition auch langfristig lohnt. Kritikpunkte sind schwer zu finden. Polyphoner Aftertouch wäre schön gewesen und vielleicht auch mehr Platz für eigene Wavetables.

Gesamtwertung:
4,5 von 5,0
Qualität:  
5,0 von 5,0
Klang:  
4,5 von 5,0
Preis-Leistung:  
4,0 von 5,0

Pro

Erstklassiger Sound
Vierfach multitimbral mit eigenen Effekten pro Part
24-stimmig polyphon
Integrierter Sequenzer
Hervorragende Verarbeitung
Hier Stereo-Outputs

Kontra

Hoher Preis
Unbalanced Output
Kein polyphoner Aftertouch

Veröffentlicht in Tests und getaggt mit 3rd Wave , digital , Groove Synthesis , Multieffekt , Multitimbral , Polyphon , sequenzer , Synthesizer

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