Wien: Dreijährige Haftstrafe für Techno-DJ

Wien: Dreijährige Haftstrafe für Techno-DJ

News. 25. März 2025 | 5,0 / 5,0

Geschrieben von:
Simon Ackers

Ein Techno-DJ aus Wien wurde vor dem Oberlandesgericht zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt. Der 29 jährige wurde bereits 2024 wegen Vergewaltigung zu zehn Monaten Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft ging kurz nach dem Urteil in Berufung.

2023 entflammte eine erneute Diskussion um sexuelle Gewalt und Übergriffe in der Wiener Techno-Szene. Im Zuge der damaligen #TechnoMeToo-Kampagne wurden unzählige Übergriffe und weitere teils heftige Fälle von sexueller Gewalt öffentlich gemacht. In dieser Zeit wurde auch der Fall eines 29 jährigen Techno-DJs aus Wien bekannt, der eine Frau auf dem Klo eines Clubs vergewaltigt haben soll. In dem ersten Prozess vom Oktober 2024 leugnete der Mann zunächst die Tat, gestand aber am letzten Verhandlungstag. Daraufhin wurde er zu 32 Monaten Haft verurteilt, von denen er zehn im Gefängnis absitzen muss.

Die Staatsanwaltschaft ging aufgrund der geringen Haftstrafe in Berufung und der Fall wurde vor dem Oberlandesgericht Wien erneut verhandelt. Das Oberlandesgericht argumentierte damit, dass der Mann zunächst die Tat geleugnet und dem Opfer sogar vorgeworfen habe, aus Rache gegen ihn zu handeln. Dadurch sei sein späteres Geständnis nicht als Strafmildernd zu werten.

Im Zuge dieser Verhandlung und TechnoMeToo kamen auch weitere Vorwürfe sexueller Gewalt und Übergriffe gegen den Techno-DJ zu Tage. Er soll mehrere Frauen gegen ihren Willen genötigt und sexuell belästigt haben. Von diesen Anklagen wurden aber aufgrund von "zu wenig Beweissubstrat" freigesprochen. Während der Zeit als die Anklagen gegen den 29 jährigen erhoben wurden und auch zu Beginn der Gerichtsverhandlung sprach der Mann noch davon, dass die die Aktivistin und Veranstalterin Frederika Ferková, die eine der führenden Figuren hinter TechnoMeToo ist, einen gezielten Shitstorm gegen ihn losgetreten habe. Er stilisierte sich als Opfer einer Kampagne und warf Ferková und der TechnoMeToo-Bewegung vor, dass sie "aus feministischen Überlegungen wollen [...], dass ich ins Gefängnis komme.".

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